Nachgefragt: Theodor Weimer
„Nur Große können global agieren“

Drei Fragen zum Thema Bankenkonsolidierung an Theodor Weimer, Partner bei Goldman Sachs in Frankfurt und dort zuständig für Financial Institutions.

Herr Weimer, rechnen Sie mit einer Konsolidierung in der Bank- Branche?

Dazu gibt es keine Alternative, denn Größe hat unbestreitbare Skalenvorteile: Rentable Produktinnovationen, Zugang zu Wachstumsmärkten, die kritische Grö- ße von Kunden und Attraktivität für unternehmerisches Talent. Nur wirklich große Banken können aktiv an der Globalisierung teilnehmen – und die findet statt, ob deutsche Banken mitmachen oder nicht.

Wird eine nationale Konsolidierung einer internationalen vorangehen?

Jede national vernünftige Konsolidierung verbessert die Ausgangsposition für eine internationale Partnerschaft. Gleichwohl werden deutsche Banken international skeptisch gesehen: Keiner will sich die Finger an deren Kreditportfolien verbrennen. Wenn investiert wird, dann in Großbanken. Kleinstakquisitionen mögen profitabel sein, aber sie bringen die Käufer nicht wirklich weiter.
Ist es politisch akzeptabel, wenn die Mütter deutscher Banken zukünftig im Ausland sitzen?

Faktisch stellen bereits heute die internationalen Fonds die größten Aktionärsgruppen der Mehrzahl der Dax-Unternehmen und damit auch der großen Banken. Nachteilig wäre es, wenn wir unser Finanzsystem und damit unsere Wirtschaft abschotteten.

Die Fragen stellte Frank-Matthias Drost.

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