Nachgefragt: Thomas Meier, Fondsmanager von Union Investment
„Strategie muss auf den Prüfstand“

Fondsmanager Thomas Meier von Union Investment sieht die Strategie von Daimler-Chrysler sehr kritisch.

Herr Meier, der Vertrag von Jürgen Schrempp wird verlängert. Eine gute Nachricht für die Aktionäre?

Das ist eine personalisierte Diskussion, an der wir uns nicht beteiligen wollen. Entscheidend ist, dass sich das Unternehmen klare Ziele setzt: Wo will es hin, und wie will es dies erreichen? Ich befürchte, dass die Hauptversammlung vor allem nur eine Generalabrechnung über die Vergangenheit wird.

Glauben Sie noch an die Vision der Welt-AG?

Das ist genau das, was wir vom Vorstand hören wollen: Ist diese „Welt-AG“ noch so umsetzbar? Welche Rendite ist mittelfristig mit diesem Geschäftskonzept erreichbar? Und was uns noch viel wichtiger erscheint: Das Management sollte seine Strategie stärker auf den Prüfstand stellen als bisher. Das kann auch bedeuten, Konsequenzen zu ziehen, die schmerzhaft sein können.

Plädieren Sie für eine Rückabwicklung der Fusion?

Zurzeit nicht. Wenn das Unternehmen in den nächsten Monaten aber keine schlüssigen Antworten findet, wird der Wertverfall der Aktie weitergehen.

Chrysler und Mitsubishi sind noch immer Sanierungsfälle. Ist das ein Managementproblem?

Den Zusammenschluss würde ich eher einen strategischen Fehler nennen. Sicherlich wird Mitsubishi noch Jahre brauchen, um aus dem tiefen Tal der Tränen wieder hinauszufinden. Bei Chrysler ist man auf Gedeih und Verderb einem Markt ausgesetzt, der als der schwierigste der Welt anzusehen ist. Wir glauben aber, dass die Einzelteile des Konzerns mehr wert sind als das zusammengefügte Unternehmen.

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