Nachgefragt
"Wir sehen den Markt mit Interesse“

Ulrich Lehner, Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Henkel KGaA, äußert sich im Handelsblatt-Interview über die Öffnung Japans für ausländische Unternehmen, Wachstum im Industriegüterbereich und kritische Masssen im Kosmetikgeschäft.

Herr Lehner, Japan ist offener geworden für ausländische Unternehmen. Sind Sie auf der Suche in dem Land?

Ja. Wir verfolgen mit Interesse, dass offensichtlich jetzt für Beteiligungen und Übernahmen bessere Chancen bestehen als früher. Man muss allerdings sehen, ob es sich dabei um attraktive Unternehmen oder eher um Problemfälle wie den Kosmetikhersteller Kanebo handelt.

Was würde Sie in Japan interessieren?

Wenn wir Technologien erwerben können, die wir noch nicht haben, wäre das – neben dem regionalen Aspekt – optimal. Auch wegen der Ankopplung an japanische Kunden, die wir etwa in der Automobiltechnologie weltweit bedienen könnten. Das Geschäft mit einem Industriekunden aus Japan, der in China produziert, machen Sie hier, nicht in China.

Gemessen an Ihrem Weltmarktanteil sind Sie in Industrie- und Konsumgütergeschäft in Japan eher schwach. Wo ist Ihnen Wachstum wichtiger?

Im Industriegüterbereich. Das ist ein globales Geschäft, in dem wir weltweit präsent sein müssen. Es ist wichtig, dass wir hier von der Autoindustrie akzeptiert werden. Wir brauchen deren Werke im Ausland. Unsere Partnerschaft mit Nihon Parkerizing erlaubt uns, japanische Kunden in anderen Teilen der Welt zu bedienen. Aber ein direkter Zugang wäre für uns wichtig. Deswegen haben wir vor drei Jahren ein technisches Zentrum in Yokohama gebaut.

Wenn Sie in Japan zukaufen, dann also bei den Industrieklebstoffen?

Bevorzugt, aber auch in der Kosmetik haben wir noch nicht die kritische Masse, die wir haben wollen.

Was ist denn kritische Masse im Kosmetikgeschäft in Japan?

Im Salongeschäft sind wir die Nummer drei. Im Einzelhandel müssten wir aber für eine volle Verkaufsmannschaft den Umsatz verdoppeln und sollten in mehr als einem Segment vertreten sein. Wir planen gerade, neben Haarfarbe andere Bereiche abzudecken wie Repair und Kur.

Müssen Sie in Japan sein, um in Asien Erfolg zu haben?

Nicht generell, aber es gibt Rückwirkungen etwa bei Moden. Japanische Frisöre setzen Trends. Deshalb ist die Präsenz in dem hart umkämpften und schnelllebigen Markt hochinteressant und nötig.

Die Fragen stellten N. Bastian und J. Dorfs.

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