Nachteile durch Übernahme?
Deutsche Alstom-Mitarbeiter wettern gegen GE-Deal

Die deutschen Alstom-Beschäftigten fühlen sich von Frankreich und General Electric „unfair behandelt“. Der Betriebsrat fordert nach der Übernahme durch die Amerikaner Jobgarantien auch in Deutschland.
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FrankfurtDie Mitarbeiter des französischen Alstom-Konzerns in Deutschland fühlen sich bei der vereinbarten Übernahme durch General Electric benachteiligt und fordern Jobgarantien auch für sich. Der US-Konzern sichere nur den Erhalt der französischen Arbeitsplätze zu und wolle in Frankreich zusätzlich 1000 neue Stellen schaffen, erläuterte der Betriebsrat der deutschen Alstom-Tochter am Donnerstag.

„Die Beschäftigten von Alstom in Deutschland werden durch dieses Vorgehen unfair behandelt.“ Die Arbeitnehmervertretung forderte Garantien für Standorte und Kündigungsschutz für Mitarbeiter auch außerhalb Frankreichs für mindestens drei Jahre. In Deutschland beschäftigt Alstom rund 8700 Mitarbeiter an 23 Standorten.

Bisher seien nur Vertreter des europäischen Betriebsrats über Details der geplanten Übernahme informiert worden, die Arbeitnehmervertreter in den einzelnen Ländern jedoch nicht, monierte der Betriebsrat.

Nach einem zähen Bieterwettkampf mit dem ebenfalls interessierten Siemens-Konzern hatte GE Ende vergangener Woche den Zuschlag für das Energiegeschäft von Alstom erhalten. Außerdem sollen drei Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden. Den französischen Staat, der bei Alstom mit 20 Prozent einsteigen und sich damit ein starkes Mitspracherecht sichern will, hatten die Amerikaner auch mit ihren Zusagen für den Erhalt der 18.000 Arbeitsplätze in Frankreich und die Schaffung neuer Stellen überzeugt.

Von der Bundesregierung forderte der Betriebsrat der Alstom Deutschland AG einen Schutzschirm für die in Deutschland betroffenen Standorte und Mitarbeiter von Alstom und GE. „Nicht nur Unternehmen, Banken usw. müssen gerettet werden, sondern auch Arbeits- und Ausbildungsplätze,“ hieß es in der Stellungnahme zu der Übernahme.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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