Nachtschicht in Rüsselsheim soll wegfallen
Opel spart nicht nur in Europa

Im Ringen um die Sanierung des Autoherstellers Opel sind die Gespräche zwischen Gesamtbetriebsrat und Management am Donnerstag fortgesetzt worden.

HB RÜSSELSHEIM/PONTIAC. Bei den Verhandlungen geht es um die Sicherung der bis zu 10 000 in Deutschland bedrohten Arbeitsplätze. Nach der ersten Gesprächsrunde am Montag hatten beide Seiten sich zu dem Ziel bekannt, alle Opel-Werke in Deutschland langfristig sichern zu wollen. Mit einer schnellen Einigung werde aber nicht gerechnet.

In Rüsselsheim soll nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ im Zuge der geplanten Sparmaßnahmen die Nachtschicht abgeschafft werden. Dies würde den Wegfall von 1 600 Arbeitsplätzen bedeuten, schreibt die Zeitung am Donnerstag. In der Entwicklungsabteilung in Rüsselsheim mit etwa 6 000 Beschäftigten sollten demnach ebenfalls 1 600 Stellen gestrichen werden. Eine GM-Sprecherin sagte zu dem Zeitungsbericht: „Es werden eine ganze Reihe von Lösungen diskutiert.“ Eine Opel-Sprecherin erklärte, laufende Verhandlungen wolle sie nicht kommentieren."

Bislang wurden bei Opel in Rüsselsheim die Modellreihen Corsa, Astra und Vectra entworfen. In Zukunft sei Rüsselsheim nur noch für die Plattformen aller Mittelklasse-Autos des GM-Konzerns zuständig, die in Deutschland Vectra heißen. Die Plattformen für die Autos der Astra-Klasse sollen zukünftig in Detroit entwickelt werden. Die Basis-Entwicklungen für die kleinen der Corsa-Reihe erhält nach Informationen der Zeitung zufolge die koreanische Tochtergesellschaft Daewoo.

Der US-Autokonzern General Motors plant Stellenstreichungen nicht nur in Europa bei Opel, sondern auch im heimischen Werk in Pontiac im US-Staat Michigan. Dort soll ab Januar eine von drei Produktionsschichten wegfallen, was ungefähr 900 Jobs entspricht, wie der Konzern mitteilte. Wie viele Beschäftigte eventuell in anderen Werken unterkommen können oder tatsächlich entlassen werden müssen, sei noch unklar, sagte GM-Sprecher Dan Flores. Das Werk in Pontiac ist eins von vieren in den USA, in dem die Modelle Chevrolet Silverado und GMC Sierra gefertigt werden. General Motors hatte vergangenen Woche angekündigt, aus Kostengründen in Europa 12 000 Stellen streichen zu wollen, davon den Großteil in Deutschland.

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