Nachzügler
Stada halbiert Generika-Preise

Stada zieht bei den Preissenkungen für Nachahmermedikamente nach. Einge der so genannten Generika kosten bald nur noch die Hälfte. Das ist eine stärkere Senkung als bei der Konkurrenz.

HB FRANKFURT. Ab dem 1. Juli werde die Tochter Stadapharm die Preise für mehr als 110 Wirkstoffe auf dem deutschen Markt um bis zu 50 Prozent reduzieren, teilte der Konzern mit Sitz im hessischen Bad Vilbel am Dienstag mit. Aufs Jahr gerechnet ergebe sich dadurch insgesamt ein Volumen von rund 32 Mill. Euro. An seinen Jahreszielen hält der Konzern dennoch unverändert fest. Es sei weiterhin von einem robusten operativen Wachstum auszugehen, bekräftigte Stada. Der Ertrag soll dabei stärker steigen als der Umsatz.

Der Schritt von Stada war erwartet worden, nachdem der Schweizer Pharmakonzern Novartis vergangene Woche Preissenkungen für einen großen Teil der Medikamente seiner Generika-Töchter Sandoz und Hexal in Deutschland angekündigt hatte. Um bis zu 40 Prozent werden die Präparate billiger. Hexal und Sandoz sind gemeinsam mit einem Marktanteil von rund 25 Prozent Marktführer in der deutschen Generikabranche. Die Ulmer Ratiopharm hatte bereits kurz nach der Novartis-Ankündigung an der Preisschraube gedreht. Stada hatte sich Bedenkzeit ausgebeten.

Mit den Preissenkungen reagieren die Hersteller kostengünstiger Kopien von Originalpräparaten auf Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem. Durch das am 1. Mai in Kraft getretene Arzneimittel-Wirtschaftlichkeitsgesetz erstatten die gesetzlichen Krankenkassen deutlich geringere Höchstbeträge für die meisten Medikamente. Ab Juli entfällt für Patienten, die besonders preisgünstige Arzneimittel verordnet bekommen, zudem die Zuzahlungspflicht. Ärzte, die zu teure Rezepte verschreiben, können ab 2007 mit einem finanziellen Abschlag bestraft werden. Dagegen erhalten sie Prämien, wenn sie preiswerte Arzneimittel verschreiben.

Der deutsche Generika-Markt ist mit einem jährlichen Volumen von rund 5 Mrd. Euro nach den USA der zweitgrößte der Welt. Das liegt auch daran, dass die deutsche Gesundheitspolitik die Verordnung von Generika seit Jahren fördert, um die Pharma-Ausgaben der Kassen zu drosseln.

Stada ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Zukäufe im Ausland gewachsen. 2005 entfiel nach Unternehmensangaben etwa ein Drittel des Generika-Umsatzes von gut 1 Mrd. Euro auf Deutschland. Das entspricht in etwa einem Drittel des Konzernumsatzes. Der Rest entfiel auf Auslandsmärkte sowie frei verkäufliche Medikamente und Pflegeprodukte.

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