Nächste Mega-Übernahme vor der Tür?
Pfizer lässt bei Astra Zeneca nicht locker

Im Pharmabereich steht die nächste Mega-Fusion vor der Tür. Der US-Konzern Pfizer bestätigte Bericht, wonach er den britischen Rivalen Astra Zeneca übernehmen will – für 100 Milliarden Dollar.
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New YorkDer US-Pharmariese Pfizer hat Pläne für die milliardenschwere Übernahme des britischen Konkurrenten Astra Zeneca bestätigt. Pfizer habe bereits im Januar ein Gebot abgegeben und für den britischen Pharmakonzern in bar und in Aktien eine Summe von insgesamt 99 Milliarden Dollar (71,6 Milliarden Euro) geboten. Das Gebot hatte Astra Zeneca abgelehnt. Am 26. April sei ein erneutes Gebot abgelehnt worden, heißt es in einer am Montag verbreiteten Mitteilung von Pfizer. Nun haben die Amerikaner bis 26. Mai Zeit, ein weiteres Gebot vorzulegen.

Zuvor hatte schon die Financial Times unter Berufung auf nicht weiter identifizierte Informanten mit Kenntnis der Sachlage über die mögliche Übernahme berichtet. Es wäre den Informationen zufolge mit voraussichtlich mindestens 100 Milliarden Dollar eine der größten Übernahmen der Pharmabranche. Die bislang größte Übernahme hatte ebenfalls Pfizer getätigt. In 2000 war Warner-Lambert für rund 112 Milliarden Dollar übernommen worden.

Der Übernahmemarkt im Pharmasektor ist ohnehin heiß im laufenden Jahr. Laut Bloomberg wurden bereits Deal für insgesamt 127 Milliarden Dollar abgeschlossen. Alleine diesen Monat gab der kanadische Valeant-Konzern ein Angebot für den Botox-Hersteller Alergan für knapp 46 Milliarden Dollar ab, und die Riesen Glaxo Smith Kline und Novartis hatten zusammen mit Eli Lilly für Milliarden-Summen Sparten untereinander ausgetauscht. Angefeuert wird der Übernahmewahn durch eine weltweite Null-Zins-Politik unter der Führung der US-Notenbank und prall gefüllte Unternehmenskassen.

Astra Zeneca wird nach Jahren mit schwachen Umsätzen schon seit geraumer Zeit als Übernahmekandidat gehandelt. Ende vergangener Woche erlitt das Management auf der Jahreshauptversammlung eine schwere Niederlage, als die Aktionäre sich mit hohen Stimmenanteilen gegen die Wiederwahl von Aufsichtsräten und die Vergütungen der Vorstände aussprachen. Vorstandschef Pascal Soriot kommentierte Gerüchte nicht, er habe bereits vor drei Monaten ein Übernahmeangebot von Pfizer erhalten. Allerdings führte er aus, dass „große Übernahmen manchmal funktionieren, aber meistens extrem zerstörend“ seien. Die Aktionen von Glaxo und Novartis fand Soriot dagegen eine gute Sache, das sei etwas, „das man sicherlich überlegen könnte“. Überlegungen bei Astra Zeneca gehen dahin, sich von Aktivitäten zu trennen, die nicht zum Kerngebiet gehören. Analysten schätzen, dass so bis zu 15 Milliarden Dollar in die Kassen kommen könnten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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