Nächste Runde
Actelion legt im Lizenzstreit Berufung ein

Im Lizenzstreit mit dem japanischen Pharmakonzern Asahi Kasei legt Actelion nun Berufung gegen das Urteil ein. Das Schweizer Biotechunternehmen will Schadenersatz und Strafe von über 400 Millionen Dollar nicht zahlen.
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ZürichDer Lizenzstreit zwischen dem Schweizer Biotechunternehmen Actelion und dem japanischen Pharmakonzern Asahi Kasei geht in die nächste Runde. Actelion kündigte am Montag an, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Ein kalifornisches Gericht hatte die Schweizer am Freitag zur Zahlung von 407,3 Millionen Dollar Schadenersatz und Strafe verurteilt. „Das Unternehmen und seine externen Berater sind auch weiterhin davon überzeugt, dass der Entscheid der Jury und das Urteil des Gerichts weder durch Fakten noch durch die Rechtsprechung gestützt werden“, teilte Actelion mit.

Die Rückstellungen für den Lizenzstreit von 430,2 Millionen Franken will Actelion in der Jahresrechnung 2011 entsprechend dem nun ergangenen Urteil anpassen. Das Unternehmen wies wegen der Rückstellungen nach neun Monaten einen Reinverlust von 180,7 Millionen Franken aus und hat rote Zahlen auch im Gesamtjahr nicht ausgeschlossen.

Actelion hatte in dem sich seit Mai hinziehenden Lizenzstreit ursprünglich eine Zahlung von bis zu 577 Millionen Dollar gedroht. Asahi hatte zuletzt weniger Schadenersatz zugestimmt, um zu vermeiden, dass der Fall vor dem Gericht im kalifornischen San Mateo neu aufgerollt wird. Die Japaner werfen Actelion vor, die Entwicklung und Vermarktung des Lungenmedikaments Fasudil verhindert zu haben. Die 2007 von den Schweizern gekaufte US-Firma CoTherix hatte die Entwicklung des von Asahi übernommenen Mittels gestoppt, das ebenso wie Actelions Umsatzrenner Tracleer gegen Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH) eingesetzt werden sollte.

Die Actelion-Aktien verloren 1,8 Prozent auf 30,30 Franken und entwickelten sich damit im Rahmen der ebenfalls schwächeren europäischen Gesundheitswerte. Die geringere Zahlung sei unbedeutend, weil Actelion Berufung einlege, sagte Vontobel-Analyst Andrew Weiss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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