Nahrungsmittel
Aus Zentis wird ein richtiges Früchtchen

Zentis ist für seine Konfitüren bekannt. Doch den meisten Umsatz machen die Aachener mittlerweile mit Fruchtzubereitungen, zum Beispiel für die Joghurtproduktion oder für die Füllung von Berliner Ballen. Nun will das Unternehmen die Produktion in den USA ausweiten.

AACHEN. Der Aachener Traditionshersteller Zentis ist seit 1893 bekannt durch seine Konfitüren. Doch den meisten Umsatz macht der Markenproduzent inzwischen mit Fruchtzubereitungen für die Industrie. "In diesem Markt wollen wir innerhalb der nächsten fünf Jahre Weltmarktführer werden", sagte Zentis-Chef Karl-Heinz Johnen dem Handelsblatt.

Unwahrscheinlich sei dies nicht, denn vor den Aachenern liege auf der Weltrangliste nur noch der österreichische Hersteller Agrana, urteilen Marktbeobachter. Auf Platz drei liegt die Eppelheimer Wild-Gruppe (Marke: Capri Sonne), die 2005 ein deutsches Früchteverarbeitungswerk des französischen Konkurrenten Atys übernommen hatte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Himbeeren in einem in Deutschland gekauften Joghurt aus dem Hause Zentis stammen, steht eins zu drei. Auch für jeden dritten Berliner Ballen, der in der Bundeshauptstadt Pfannkuchen heißt, liefert Zentis inzwischen die Füllung. Gleich ob Joghurts von Ehrmann oder Fruchtgummis von Haribo, die Aachener produzieren die Zutaten für die umsatzstärksten Produkte der deutschen Ernährungsindustrie.

Weil das Vertrauen in die deutsche Lebensmitteltechnologie offenbar riesig ist, überredete der französische Nahrungsmittelhersteller Danone Zentis vor drei Jahren zum Sprung über den großen Teich. Und schon Ende 2007 nahm Zentis Food Solutions in Plymouth, einer 10 000-Seelen-Gemeinde im US Bundesstaat Indiana, die Produktion auf.

Das Wagnis dieser rund 20 Mio. Euro teuren Investition wurde jedoch schnell belohnt: In diesem Jahr liegt das Produktionsvolumen in dem neuen US-Werk bei 45 000 Tonnen. Und schon ist abzusehen, dass die maximale Jahreskapazität von 120 000 Tonnen in greifbare Nähe rückt. Denn zu Danone gesellten sich als weitere Abnehmer beispielsweise die General-Mills-Tochter Yoplait sowie der griechische Joghurt-Hersteller Fage. Neben Danones Activia-Joghurt, dem die Franzosen den gesundheitlichen Zusatznutzen "Darmregulierung" angeheftet haben, ist griechischer Joghurt ein Trendartikel in den USA. Trotz Wirtschaftskrise zahlen US-Konsumenten anstandslos 2,50 Dollar für einen 150-Gramm-Becher.

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