Nahrungsmittelkonzern in Schwierigkeiten
Berlusconi kündigt Hilfen für Parmalat an

Italiens Regierung will dem offenbar finanziell angeschlagenen Parmalat-Konzern helfen. Zudem soll durch Reformen die Wiederholung eines solchen Falls verhindert werden.

HB BERLIN. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will den offenbar in großen finanziellen Schwierigkeiten steckenden Nahrungsmittelkonzern Parmalat retten. Am Samstag kündigte Berlusconi in Rom Hilfen für das Unternehmen an.

Zuvor hatte das Unternehmen Unregelmäßigkeiten in seiner jüngsten Erklärung zur finanziellen Lage vom September eingestehen müssen. Die Staatsanwaltschaft in Mailand hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. «Die Lage ist sehr ernst», sagte Berlusconi auf einer Pressekonferenz zum Jahresende. Die Regierung werde der Firma helfen und Arbeitsplätze retten.

Wie der Konkurs von Parmalat verhindert werden soll, sagte der Ministerpräsident nicht. Er stellte aber Reformen in Aussicht, um zu verhindern, dass sich ein solcher Fall wiederhole.

Parmalat hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Bank of America die Echtheit eines Dokuments bezweifelt habe, wonach eine Tochterfirma von Parmalat, Bonlat Financing, auf einem Konto bei der Bank 3,95 Milliarden Dollar an Bargeld und Zahlungsmitteläquivalenten habe. Dies schien auch Vorwürfe der Ratingagentur Standard&Poor's zu bestätigten, wonach Parmalat Investoren getäuscht haben soll.

Parmalat steckt Presseinformationen zufolge tief in den roten Zahlen. Angeblich soll das Unternehmen zum 30. September sechs Milliarden Euro Schulden gehabt haben. Das Unternehmen muss bis 22. Dezember 200 Millionen Euro an Anleihen für ein brasilianisches Tochterunternehmen begleichen. Im Januar sind zudem mehr als 100 Millionen Euro fällig.

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