Nahrungsmittelkonzern
Schwellenländer bringen Nestle das Wachstum

Die Zahlen des Nahrungsmittelkonzerns liegen über den Analystenerwartungen. Besonders der Hunger der Schwellenländer bescherte den Schweizern ein ansehnliches Umsatzplus. Die Nestle-Anleger sind erfreut.
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ZürichFür den Nahrungsmittelkonzern Nestle werden die Märkte in den Schwellenländern angesichts der Schuldenkrise immer wichtiger. Im ersten Halbjahr wuchsen die Erlöse des Weltmarktführers in Märkten in Asien, Ozeanien und Afrika fast fünf Mal so schnell wie in den Industrieländern. Insgesamt stieg der Umsatz um 7,5 Prozent auf 44,1 Milliarden Franken (36,75 Milliarden Euro), wie der Hersteller von Nescafe, KitKat-Schokoladeriegeln und Maggi-Suppen am Donnerstag mitteilte.

Der Nettogewinn erhöhte sich um 8,9 Prozent auf 5,1 Milliarden Franken. Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn lagen über den Erwartungen der Analysten. Ersten Indikationen zufolge dürfte die Nestle-Aktie ein Prozent höher eröffnen.

Das organische Umsatzwachstum, das unter anderem Wechselkurseffekte und Übernahmen nicht berücksichtigt, sank im Halbjahr leicht auf 6,6 Prozent. Im ersten Quartal hatte der Konzern noch 7,2 Prozent geschafft. In den Schwellenländern legte der Konzern um 12,9 Prozent zu, während der organische Umsatzanstieg in den Industrieländern nur 2,6 Prozent betrug. An diesem Trend dürfte sich nichts ändern. „Wir eröffnen kontinuierlich neue Vertriebskanäle um Verbraucher in den aufstrebenden Ländern zu erreichen“, sagte Konzernchef Paul Bulcke. In den Industrieländern werde das Umfeld in der zweiten Jahreshälfte dagegen schwierig bleiben.

Der Schweizer Konzern konnte trotz der schwächelnden Konjunktur in weiten Teilen der Welt seine Preise weiter erhöhen und so die Folgen steigender Rohstoffpreise ausgleichen. Preisanpassungen schlugen mit einem Plus von 3,7 Prozent beim Umsatz zu Buche. Der starke Franken minderte den Umsatz dagegen um 1,8 Prozent.

Im zweiten Halbjahr dürfte der Druck der steigenden Rohstoffkosten abnehmen, erklärte Nestle. Das für das ganze Jahr angepeilte organische Wachstum von fünf bis sechs Prozent und eine Margenverbesserung werde das Unternehmen erreichen können.

Analysten hatten mit einem organischen Wachstum von 6,25 Prozent und einem Umsatz von 43,8 Milliarden Franken gerechnet. Den Reingewinn hatten die Experten auf 4,915 Milliarden Franken geschätzt

Nestle schnitt im ersten Halbjahr besser ab als europäische Konkurrenten. Der französische Rivale Danone, der stark unter der Euro-Schuldenkrise leidet, steigerte seinen Halbjahresgewinn um 1,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Unilever schaffte im zweiten Quartal bei einem um knapp 5,8 Prozent erhöhten Umsatz eine Gewinnsteigerung um sechs Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nahrungsmittelkonzern: Schwellenländer bringen Nestle das Wachstum"

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  • NESTLE steht für mich für hochwertige Produkte (NESPRESSO, Perifol, ....). Ich wünschte mir mehr eine sachorientierte Diskussion als das relflexartige Rausposaunen von hohlen Phrasen - siehe BEngel.

  • BEngel - vollkommen recht haben Sie! WIR beginnen hier mehr und mehr mit BIO +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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