0 Bewertungen
06.10.2007 

Auch Hirsch machte auf der Hauptversammlung ihrem Unmut weiter Luft und fordert Vorstandschef Zetsche auf: „Geben Sie dem Konzern seine Seele, seinen Charakter und sein unverwechselbares Gesicht wieder zurück mit der Wiederaufnahme des Namens Daimler-Benz“. Die Dame im silberfarbenen Jacket und weißer Bluse erntet mit ihrem gefühlsbetonten Vortrag großen Beifall von der Versammlung.

Der Würzburger Professor Ekkehard Wenger sieht den Namensstreit weniger sentimental: „Die Namensänderung ist nicht nur eine schlichte Dummheit, sondern der teure Egotrip eines Vorstands.“ Man hätte das Unternehmen - wie Aktionäre gefordert hatten - auf der vergangenen Hauptversammlung im April bereits in Daimler-Benz umbenennen können. Das hätte die Kosten für die außerordentliche Hauptversammlung gespart und zudem noch die 20 Mill. Euro, die man Ford für die Nutzung der Daimler-Namensrechte überweisen muss, sagt Wenger.

Doch an Zetsche, an seinen Kollegen perlen die Vorwürfe an diesem Oktobertag in Berlin ab wie Regen an einer frischgewachsten S-Klasse. Wo es um die Produkte der Marke Mercedes-Benz gehe, werde der „stolze Name Benz“ nicht nur prominent bleiben, sondern sogar deutlich prominenter werden.

Nur einen kleinen Achtungserfolg können die Benz-Anhänger deshalb verbuchen. Der Name Mercedes wird künftig neben den deutschen Daimler-Fabriken auch die Transporter und die Daimler-Bank zieren. Die wichtigste Sparte wird zudem von Mercedes Car Group in Mercedes Benz Cars umbenannt. Doch im Konzernlogo wird der Name Benz weiterhin fehlen. Für Seidel ein trauriger, aber nicht zu ändernder Kompromiss. Der Benz-Museumschef hat sich bereits auf die absehbare zweite Niederlage eingestimmt. So ist Seidel auch gar nicht erst ins ICC geeilt, um selbst das Wort für Benz zu ergreifen. Außerdem besitzt er nicht einmal eine Daimler-Aktie. „Das bisschen Geld, was ich habe, stecke ich in alte Autos – und nicht in Aktien“, lacht er. Und Benz steht schließlich auf den Papieren auch weiterhin nicht drauf.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterKöpfe

Der Zar der Zertifikate  Artikel in Merkliste

Die Nachricht kam überraschend: Am Mittwoch gab Sal. Oppenheim bekannt, dass Siegfried Piel die Bank verlassen wird. Der Grund: „unterschiedliche Geschäftsauffassungen“. Mit dem Abgang verliert auch der deutsche Derivatemarkt einen seiner bekanntesten Vertreter. Artikel


Anzeige