Nanjing baut MG-Werk
Chinesen wollen in den USA britische Roadster produzieren

Die Nanjing Automobile Group will in Ardmore im US-Bundesstaat Oklahoma eine Fabrik bauen. Damit wagt sich erstmals ein chinesischer Autobauer mit seiner Produktion außer Landes. Vom Band rollen soll in den USA ausgerechnet ein neues Modell der traditionsreichen britischen Sportwagen-Marke MG.

HB NEW YORK. Über die Pläne berichtete die „New York Times“ am Mittwoch. Nanjing hatte im vergangenen Jahr die Vermögenswerte der insolventen MG Rover Group erworben. Diese hatte im April 2005 ihre Fertigung eingestellt. Vom amerikanischen Markt hatte sich MG bereits 1980 zurückgezogen.

Nanjing will in dem Werk das neu entworfene MG TF Coupe von 2008 an produzieren. Die geplante Autofabrik soll 500 Menschen beschäftigen. 150 Kilometer von dem Werk entfernt in Oklahoma City sollen Vertrieb und Verwaltung für den amerikanischen und europäischen Markt ihren Sitz finden. Nanjing will den TF parallel in der englischen MG-Fabrik in Longbridge bauen. In China sollen drei nicht näher bezeichnete Pkw-Modell unter dem Namen MG vom Band rollen.

Nanjing hat sich für die Wiederbelebung der Marke nach Darstellung der Zeitung 2 Mrd. Dollar gesichert.

Bisher verkaufen chinesische Autokonzerne in den USA noch keine Autos, doch wollen mehrere nach Darstellung der Zeitung innerhalb von zwei bis drei Jahren in den weltgrößten Automarkt exportieren. Allerdings wolle lediglich Nanjing Autos außerhalb Chinas produzieren, wo sich die Firma höheren Lohnkosten gegenüber sehe als zu Hause. „Wir wollen ein globales Unternehmen sein“, erklärte Duke T. Hale, kommender Unternehmenschef der MG Motors. Er war früher Manager bei Mazda, Isuzu und Lotus.

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