Navigationsgeräte
Auf der Suche nach dem zweiten Erfolg

Die Preise purzeln, die Handy-Konkurrenz holt auf: Die Hersteller von Navigationsgeräten durchleben trotz eines Nachfragebooms harte Zeiten. Mit neuen Inhalten und Diensten wollen die Anbieter nun unabhängiger werden von den Hardware-Umsätzen.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die ganze Malaise der Branche zeigt sich in zwei Zahlen: Dieses Jahr werden nach einer Schätzung des Industrieverbands Bitkom ein Drittel mehr mobile Navigationsgeräte verkauft als 2007: rund 4,8 Millionen Stück. Die Umsätze der Anbieter in Deutschland werden der Prognose zufolge aber nur um drei Prozent auf etwa eine Mrd. Euro klettern. Das heißt: Die Preise für die elektronischen Wegweiser sind im freien Fall.

„Unsere Zukunft liegt in anspruchsvollen Dienstleistungen“, unterstreicht denn auch der neue Tomtom-Vorstand Alain de Taeye. Vorbei sind die Zeiten, in denen Firmen wie Tomtom oder Rivale Garmin ihr Geld hauptsächlich mit tragbaren Navigationsgeräten verdient haben. De Taeye selbst verkörpert geradezu den Wandel der Apparatehersteller hin zu Dienstleistern. Denn bis vor einigen Wochen war der Manager noch Vorstandschef des Kartenanbieters Tele Atlas. Inzwischen hat Tomtom jedoch Tele Atlas geschluckt, um unabhängiger von den Hardware-Umsätzen zu werden. De Taeye ist im Zuge der Übernahme in die Führungsspitze von Tomtom aufgerückt.

Wie sehr Unternehmen wie Tomtom unter Druck geraten, zeigt ein Blick auf die Durchschnittspreise. Vor einem Jahr legten die Käufer laut Bitkom noch 300 Euro pro Gerät auf den Tisch. Inzwischen sind es 100 Euro weniger. Noch viel kräftiger rutschten die Preise in den USA in den Keller: Dort gingen nach Angaben der Marktforscher von Canalys im Weihnachtsgeschäft Geräte für 80 Dollar über die Ladentheken. Für die Anbieter ein großes Problem, sagt Canalys: „Die Käufer haben den Eindruck, das Satellitennavigation nicht sehr teuer sein muss. Deshalb sind die Preise auch nach Weihnachten nicht auf ihr Ausgangsniveau geklettert.“

Dieser heftige Preiskampf hinterlässt mittlerweile tiefe Spuren in den Zahlen. In diesem Frühjahr musste Tomtom zum ersten Mal seit dem Börsengang vor drei Jahren über einen niedrigeren Quartalsumsatz berichten. Zudem brach der Gewinn ein und der Aktienkurs sackte ab.

Einer der Gründe für den Preisverfall ist die zunehmende Konkurrenz durch die Produzenten von Mobiltelefonen. „Handys werden bald standardmäßig eine Navigationsfunktion haben, dieser Trend ist unumkehrbar“, sagt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Company.

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