Navigationsgeräte-Hersteller
Tomtom warnt vor Finanzierungsproblemen

Die Teleatlas-Übernahme hat dem Navigationsgeräte-Hersteller Tomtom einen Milliardenverlust einbebrockt. Das niederländische Unternehmen räumte am Dienstag ein, nun sogar die Kredite für den Kauf des Digitalkarten-Anbieters möglicherweise nicht wie geplant zurückzahlen zu können.

HB AMSTERDAM. Tomtom verbuchte im vierten Quartal einen Nettoverlust von 989 Mio. Euro - Grund ist eine Abschreibung von einer Milliarde Euro auf Teleatlas. Die Niederländer wollen nun prüfen, wie sie eine drohende Verletzung der Kreditvereinbarungen abwenden können. Damit könnte bereits die zweite Neuverhandlung der Kredite bevorstehen. Börsianer in Amsterdam reagierten entsetzt und trieben die Aktie auf ein neues Allzeit-Tief.

Tomtom hatte im vergangenen Jahr Teleatlas nach einem Bieterwettstreit mit Konkurrent Garmin für 2,9 Mrd. Euro übernommen. Tomtom-Chef Harold Goddijn bereut den Zukauf nach eigenen Worten trotzdem nicht. "Die grundsätzliche Strategie hinter der Akquisition ist noch immer intakt", sagte er. "Wir hätten gerne ein wenig mehr Zeit zur Umsetzung unserer Strategie gehabt, aber sie hat weiter Bestand."

Ohne Tele-Atlas-Abschreibungen und sonstige Sonderfaktoren nannte Tomtom für das vierte Quartal einen Nettogewinn von 70 Mio. Euro. Für das laufende Jahr gab Tomtom einen vorsichtigen Ausblick. Angesichts der harten Marktbedingungen will das Unternehmen nun den Gürtel enger schnallen. Die Aktie fiel in Amsterdam auf ein Rekordtief von 2,81 Euro, bevor sie sich bis zum frühen Nachmittag wieder etwas erholte. Damit hat das Papier seit seinem Höchststand 2007 bei 68,15 Euro 96 Prozent eingebüßt.

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