Industrie

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Nebenwirkungen: Bayer wegen Verhütungsmittel verklagt

Die Anti-Baby-Pillen machen weiter Schlagzeilen. In den USA wurde Bayer verklagt, weil der Konzern Risiken angeblich nicht nannte. Auch die Arzneimittel-Agentur der EU prüft Pillen der dritten und vierten Generation.

Das Verschreiben von Pillen der dritten und vierten Generation könnte begrenzt werden. Quelle: ZBSP
Das Verschreiben von Pillen der dritten und vierten Generation könnte begrenzt werden. Quelle: ZBSP

Philadelphia/ParisDer deutsche Pharma-Konzern Bayer ist in den USA verklagt worden. Das Unternehmen aus Leverkusen hat es angeblich versäumt, Risiken im Zusammenhang mit dem Verhütungsmittel Mirena, eine Hormonspirale, zu offenbaren. Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in Philadelphia eingereicht.

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Eine Frau aus Pennsylvania hat die Klage angestrebt. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, wirft sie Bayer vor "ein unsicheres Produkt auf den Markt gebracht zu haben." Tricia Prendergast hatte die Hormonspirale nach eigenen Angaben selbst benutzt. Dabei war es zu Komplikationen gekommen, die Spirale musste operativ entfernt werden.

Weltweit benutzen über 15 Millionen Frauen das Langzeitverhütungsmittel Mirena.

Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) stellt Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation wegen ihrer erhöhten Gefahr von Nebenwirkungen auf den Prüfstand. Anschließend solle entschieden werden, ob solche Verhütungsmittel nur noch Frauen verschrieben werden dürften, die keine anderen Pillen einnehmen könnten, teilte die Agentur am Montag in London mit. Die französische Regierung hatte die EMA vor zweieinhalb Wochen aufgerufen, die Verschreibung von Anti-Baby-Pillen der dritten und vierten Generation einzuschränken.

Bei diesen Verhütungsmitteln besteht im Vergleich zu Pillen der zweiten Generation ein erhöhtes Thrombose-Risiko und damit ein höheres Schlaganfall-Risiko. In Frankreich wurde die Diskussion unter anderem durch die Mitte Dezember eingereichte Klage einer jungen Frau gegen den deutschen Pharma-Konzern Bayer angeheizt. Die junge Frau, die die Bayer-Pille Meliane einnahm, erlitt 2006 einen Schlaganfall und ist seitdem schwerbehindert. In Frankreich nehmen derzeit rund 2,5 Millionen Frauen Pillen der dritten oder vierten Generation, das ist etwa die Hälfte der Frauen, die die Pille nutzen.

Pharmakonzern Bayer soll für Pillen-Nebenwirkungen haften

Die Krankenkasse CSS verlangt von Bayer 600.000 Franken zurück.

Die EMA betonte am Montag, das Thrombose-Risiko sei auch bei Pillen der dritten und vierten Generation "sehr gering". Vor zweieinhalb Wochen hatte die Agentur beteuert, es gebe für Nutzerinnen dieser Pillen "überhaupt keinen Grund", sie abzusetzen. Es gebe "keine neuen Beweise" für ein verändertes "Sicherheitsprofil" der Verhütungsmittel.

Für Wirbel sorgt in Frankreich derzeit auch das Akne-Medikament Diane 35, das häufig als Verhütungsmittel verschrieben wird. Die französische Arzneimittelaufsicht (ANSM) stellte am Wochenende vier Todesfälle mit der Einnahme des von Bayer hergestellten Medikaments in Zusammenhang. Am Montag forderte die Behörde die Ärzte in Frankreich auf, Diane 35 nicht mehr als Verhütungsmittel zu verschreiben.

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