Negativprognose
Firmengewinne brechen im ersten Quartal ein

Nach den Ertragseinbrüchen 2008 geraten die deutschen Unternehmen in eine Abwärtsspirale. Noch bevor der Pharmakonzern Merck heute die Berichtssaison zum ersten Quartal eröffnet, zeichnet sich bei den 110 größten börsennotierten Konzernen mehr als eine Halbierung der Nettogewinne gegenüber dem Vorjahresquartal ab.

DÜSSELDORF. Welch ein Irrtum: Nachdem die 30 Dax-Konzerne 2008 unter dem Strich 40 Prozent weniger verdient hatten als im Boomjahr 2007, schien der Einbruch durch spektakuläre Milliardenabschreibungen wie beim Mischkonzern Siemens und der Deutschen Post übertrieben. Allein schon deshalb könnte es in diesem Jahr wieder bergauf gehen, dachten zumindest Analysten. Zumal bei den Banken angesichts hoher Wertberichtigungen im alten Jahr und eines ermutigenden Starts ins neue Jahr das Schlimmste überstanden schien. Kurzum: Die Experten rechneten 2009 vor allem wegen der niedrigen Ausgangsbasis mit einem leichten Gewinnanstieg - trotz der schlechten Konjunktur.

Auf den nochmaligen Gewinneinbruch deuten Eckdaten etlicher Unternehmen im Vorfeld der Quartalsergebnisse und Berechnungen der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt hin. Demnach fahren die im Dax, MDax und TecDax notierten Konzerne unter dem Strich knapp sieben Mrd. Euro und damit 55 Prozent weniger Gewinn ein als im Auftaktquartal 2008.

Erstmals in der 2007 begonnenen Krise verzeichnen nicht mehr Banken, sondern klassische Industriefirmen die größten Einbrüche. So dürften beim weltgrößten Chemiehersteller BASF und dem Lkw-Bauer MAN die Nettogewinne gegenüber dem Vorjahr um rund 80 Prozent sinken. Auch bei der Lufthansa, dem Stahlhersteller Salzgitter und den Autokonzernen BMW und Daimler ist mit Verlusten zu rechnen. "Außerhalb des Finanzsektors zeichnet sich damit noch keine Talsohle bei den Firmenerträgen ab", sagte LBBW-Experte Michael Köhler.

Auffällig ist, dass erstmals in der Krise auch die Umsätze unter Druck geraten. Sie dürften bei den 110 Unternehmen im ersten Quartal um fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Besonders in konjunktursensiblen Branchen wie Automobil, Chemie und der gesamten Industrie verstärken sich die Umsatzeinbrüche.

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