Nettogewinn gesteigert - Ziele werden überprüft
Unilever vom eigenen Umsatz enttäuscht

Der Konsumgüterkonzern Unilever hat nach einem schwachen Umsatzwachstum für das laufende vierte Quartal höhere Marketingausgaben angekündigt und damit den Kurs seiner Aktien belastet.

HB LONDON/AMSTERDAM. Oberste Priorität des Unternehmens sei es, profitables Wachstum anzukurbeln, erklärte Unilever-Finanzchef Rudy Markham am Mittwoch. Die dafür erforderlichen Ausgaben sowie Restrukturierungskosten würden im vierten Quartal berücksichtigt, sagte er, ohne jedoch die Summe zu beziffern.

Zuvor hatte Unilever einen dreiprozentigen Gewinnanstieg für das abgelaufene Quartal bekannt gegeben und angekündigt, die Ziele bis 2010 auf den Prüfstand zu stellen. Unilever-Aktien lagen bis zum Nachmittag weniger als ein Prozent im Minus.

Erst vor einem Monat hatte Unilever die Investoren schockiert, als es seine Gewinnprognosen deutlich zurückgenommen hatte. Die Erwartung für das Plus beim Gewinn auf vergleichbarer Basis senkte das Unternehmen von mehr als zehn Prozent auf etwas weniger als fünf Prozent. Im dritten Quartal betrug das Gewinnplus auf vergleichbarer Basis den Angaben nach drei Prozent. Der Nettogewinn vor Sonderposten und Abschreibungen stieg um drei Prozent auf 1,187 Milliarden Euro. Der operative Gewinn sank dagegen um drei Prozent auf 1,848 Milliarden Euro.

Hier hatten Analysten zwischen 1,59 Milliarden Euro und 2,02 Milliarden Euro erwartet. Das Ergebnis der Überprüfung der Ziele bis 2010 will das Unternehmen zusammen mit den Jahreszahlen bekannt geben.

Der Umsatz der 400 wichtigsten Unilever-Marken - sie machen mehr als 95 Prozent des Gesamtumsatzes aus - sank den Angaben zufolge im Quartal um 0,9 Prozent und damit stärker als im zweiten Quartal, als das Minus 0,2 Prozent betragen hatte. Im ersten Halbjahr hatte Unilever insgesamt noch ein Umsatzplus von 0,5 Prozent ausgewiesen. Der verregnete und kalte Sommer in Nordeuropa setzte dem Unternehmen zu, was sich vor allem beim Umsatz von Eiskrem und Eistee zeigte. Auch der gestiegene Wettbewerb bei Drogerieartikeln wie Seifen und Shampoos, insbesondere durch den Erzrivalen Procter & Gamble, belastete die Geschäfte des Herstellers unter anderem von Knorr-Suppen und Dove-Seife.

Mit der Geschäftsentwicklung sei Unilever nicht zufrieden, hieß es. Es würden Schritte unternommen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und den Umsatz zu steigern. Die geplanten höheren Marketingausgaben zur Ankurbelung des Umsatzes dürften sich aber negativ auf die Gewinnmargen auswirken.

Die Konsumgüterbranche leidet seit Längerem in besonderem Maße unter der Kaufunlust der Verbraucher. Auch hohe Rohstoffkosten und der gestiegene Ölpreis belasten die Geschäftsentwicklung. Allerdings schaffte Unilver-Konkurrent Procter & Gamble aus den USA im abgelaufenen Quartal ein kräftiges Umsatzplus von 13 Prozent. Auch der Gewinn zog unter anderem dank des starken Absatzes an.

Unilever-Aktien verloren in London 0,6 Prozent auf 446,5 Pence; in Amsterdam gaben die Titel 0,2 Prozent nach auf 44,92 Euro.

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