Netzwerkausrüster
Alcatel-Lucent wächst wieder

Der Netzwerkausrüster ist gut ins Jahr gestartet und schafft neue Arbeitsplätze.
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DüsseldorfDer defizitäre französisch-amerikanische Netzwerkausrüsters Alcatel wächst wieder. „In Deutschland wollen wir in diesem Jahr den Umsatz, den wir mit Technik und Dienstleistungen für neue Dienste machen, um zehn bis 15 Prozent weiter steigern“, sagte Alf Henryk Wulf, Deutschland-Chef von Acatel-Lucent, im Gespräch mit dem Handelsblatt (Freitagsausgabe). Proportional zum Konzerngeschäft sei Alcatel-Lucent auch in der Bundesrepublik gut ins Jahr gestartet. Absolute Zahlen für einzelne Länder nennt der Konzern traditionell nicht. Der Umsatz mit Technik und Dienstleistungen für neue Dienste beträgt derzeit ein Fünftel der gesamten Erlöse in Deutschland. Schärfster Konkurrent ist der chinesische Konzern Huawei, der sehr preisaggressiv auf dem Markt unterwegs ist.

Große Hoffnungen setzt Wulf auf den Ausbau der Glasfasernetze: „Wir wollen beim Glasfaseranschluss die Nummer eins in Deutschland sein“, sagte er. Der Ausbau könnte für die Netzwerkausrüster nach der Mobilfunktechnologie LTE zur Goldgrube werden. Nach Branchenschätzungen sind für die Umstellung auf Glasfaser bis ins Haus in Deutschland Investitionen von rund 40 Milliarden Euro in den nächsten Jahren notwendig.

Die Umstellung wird die Branche in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen. Ein flächendeckendes Glasfasernetz wird in Deutschland nach Ansicht von Wulf nicht vor dem Jahr 2020 fertiggestellt sein. Für die Telekomkonzerne ist der Aufbau langfristig von entscheidender Bedeutung: „Die Investitionsentscheidung muss heute getroffen werden, wenn man in zehn Jahren ein wettbewerbsfähiges Produkt anbieten will.“ In Deutschland setzt Alcatel-Lucent zudem auf neue Dienste. Dazu zählt die Vernetzung von Rechenzentren über Hochleistungsnetze. Auch beim interaktiven Fernsehen mischt der Konzern mit. So realisiert das Unternehmen mit Tele Columbus einen interaktiven TV-Portaldienst. Durch das wachsende Dienstleistungsgeschäft erwartet der Konzern auch leicht positive Impulse für den Arbeitsmarkt. „In Summe werden wir 2011 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, kündigt Wulf an. Insider erwarten, dass der Konzern rund 50 neue Jobs in Deutschland schafft. Derzeit beschäftigt Alcatel-Lucent hierzulande 3500 Mitarbeiter.

Bereits im letzten Quartal des vergangenen Jahres übertraf das Geschäft die Erwartungen. Im ersten Quartal 2011 konnte Alcatel-Lucent den Wachstumskurs fortschreiben und den Umsatz um 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 3,74 Milliarden Euro steigern. Gleichzeitig sank der Nettoverlust von 515 Millionen auf nur noch zehn Millionen Euro.

Alcatel-Lucent erwartet für 2011 eine operative Marge von mindestens fünf Prozent und ein Umsatzwachstum oberhalb des Marktniveaus, das laut Vorstandschef Ben Verwaayen um fünf Prozent wachsen soll. Analysten gehen allerdings von geringeren 1,6 und 2,5 Prozent aus.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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