Netzwerkausrüster
Nokia-Siemens-Chef bekräftigt Gewinnziel

Der Chef des neuen Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks, Simon Beresford-Wylie, hält die Zweifel von Marktbeobachtern an der Zukunft des Joint-Ventures für unbegründet. Der späte Start des Unternehmens habe keinerlei Nachteile gebracht, sagte Beresford-Wylie. Er hält an seiner Gewinnprognose fest.

MÜNCHEN. Nokia Siemens Networks habe in den letzten Monaten mehr Kunden gewonnen als verloren und keine Marktanteile abgeben müssen, sagte der Chef des neuen Netzwerkausrüsters Simon Beresford-Wylie im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Nokia Siemens Networks war wegen der Korruptionsvorwürfe gegen Siemens drei Monate später an den Start gegangen als ursprünglich geplant. Deshalb hatten sich Experten überwiegend skeptisch zu den Aussichten des Gemeinschaftsunternehmens geäußert. So weist etwa das schwedische Marktforschungsunternehmen Redeye darauf hin, dass das Joint Venture wegen der Integration der beiden Sparten Schwächen am Markt in Kauf nehmen müsse. Das wiederum könnte ein Vorteil für den fusionierten Wettbewerber Alcatel Lucent sein, der mit der Integration früher beginnen konnte.

Doch Beresford-Wylie will sich davon nicht beirren lassen und an seiner Gewinnprognose festhalten. „In den ersten zwölf gemeinsamen Monaten wollen wir einen zweistelligen operativen Millionen-Gewinn ausweisen. Das haben wir nicht geändert“, sagte er. Beim allgemeinen Marktwachstum hatte er dagegen vor kurzem die Erwartungen gedämpft. Aus einem „geringen“ hatte er „sehr geringes“ Wachstum gemacht. Dies hatte die Märkte zusätzlich verunsichert.

Keine Details nannte Beresford-Wylie dagegen zum geplanten Stellenabbau. Nokia-Siemens will in den kommenden Monaten bis zu 9 000 seiner 60 000 Arbeitsplätze streichen und von 2010 an jährlich 1,5 Mrd. Euro sparen. Ein Gespräch mit dem deutschen Betriebsrat ist laut Beresford-Wylie noch nicht terminiert. Er wolle zunächst die Diskussion über das künftige Portfolio abwarten, bevor er Entscheidungen darüber fälle, welche Standorte wie viel Personal einsparen müssten, sagte der Manager.

Für Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Oppenheim, „ist ein Abbau im Bereich Mobilfunk am wahrscheinlichsten, da gibt es die größten Überlappungen zwischen Siemens und Nokia.“ Auch den Verkauf von Teilbereichen hält der Experte für möglich. Ungeachtet dessen sieht Georg Nassauer, der Gesamtbetriebsratschef, in der Fusion weiterhin eher eine Chance als eine Bedrohung: „Siemens war zu langsam und hat viele Entwicklungen verschlafen“, sagte er.

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