Neuausrichtung
Evonik sieht sich für Börsengang gerüstet

Die strategische Neuausrichtung von Evonik geht mit Riesenschritten voran. Nach dem Verkauf der Energiesparte sieht sich Evonik bestens gerüstet für einen Börsengang, wie Konzernchef Klaus Engel dem Handelsblatt sagt.
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DÜSSELDORF. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender des Essener Mischkonzerns Evonik, sieht sein Unternehmen für einen Börsengang bestens grüstet. "Der Schwung ist, der Erfolg ist da, wenn unsere Eigentümer es wollten, könnten wir jetzt jederzeit mit den Vorbereitungen loslegen", sagte Engel im Interview mit dem Handelsblatt. Evonik gilt als potenzieller Kandidat für den Deutschen Aktienindex Dax.
Der Manager hatte den in den Bereichen Chemie, Energie und Immobililien tätigen Konzern Ende 2009 neu ausgerichtet und ihn komplett auf das größte Geschäftsfeld Spezialchemie - das ist im Kern die ehemalige Degussa - fokussiert. Das zahlt sich nun aus: "Wir sind viel besser als die Degussa es jemals war und besser als die Wettbewerber aus der Krise gekommen", sagte Engel. Die endgültigen Geschäftszahlen für 2010 wird der Konzern auf der Bilanzpressekonfernz am 16. März vorlegen.
Mit dem mehrheitlichen Verkauf der Energiesparte vor wenigen Wochen habe Evonik einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Börse gemacht, betonte Engel. Die jetzige Struktur mit Chemie und Immobilien sei kein Makel - weil die kleinste Konzernsparte wirtschaftlich autark sei und ihre Investitionen aus dem selbst erwirtschafteten Cash-Flow finanzieren könne.

Zuletzt hatte der Essener Chemie- und Energiekonzern Evonik von seinem Sparprogramm und dem weltweiten Konjunkturaufschwung profitiert. Das schlug sich etwa im November vergangenen Jahres vor allem beim Gewinn nieder.

Im dritten Quartal 2010 konnte die Chemiesparte erneut stark wachsen, aber auch das zum Verkauf gestellte Energiegeschäft um die ehemalige Steag legte deutlich zu. „Wir haben an unserem Geschäft viel Freude“, bilanzierte Konzerchef Klaus Engel am Montag. Im Gesamtjahr soll der Umsatz im Konzern nun um über 20 Prozent steigen, der operative Gewinn soll „erheblich“ über dem Vorjahr liegen. Das mit Abstand größte Geschäftsfeld, die Chemie um die ehemalige Degussa, soll beim operativen Gewinn (Ebit) ein „historisches Rekordniveau“ erreichen.

Evonik geht nun mit einem deutlichen Gewinnplus im Rücken die entscheidende Phase des Konzernumbaus an. Der Umsatz schnellte im dritten Quartal um 24 Prozent auf 4,088 Mrd. Euro in die Höhe, das Ebit legte auf 541 (Vorjahr: 430) Mio. Euro zu, wie der Essener Konzern weiter mitteilte.

Evonik arbeitete zudem deutlich profitabler: Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter stieg auf 260 (168) Mio. Euro. Die Chemie-Sparte steigerte die Erlöse um 26 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro - rund zwei Drittel des Konzernumsatzes.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Redakteur
Wolfgang Reuter
Wolfgang Reuter
Handelsblatt / Ressortleiter

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