Neuausrichtung
Manroland kooperiert im Digitaldruck

Leise und beharrlich arbeitet Manroland-Chef Gerd Finkbeiner an der Neuausrichtung des Druckmaschinenherstellers. Teil der Umorientierung ist eine Kooperation im Digitaldruck: Aus einer Partnerschaft mit der Canon-Tochter Océ erwartet Manroland sich ab 2012 Gewinne.
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FRANKFURT. Nach umfangreichen Sparmaßnahmen kündigte das von der Wirtschaftskrise hart getroffene Unternehmen gestern eine Kooperation mit der Canon-Tochter Océ bei digitalen Druckmaschinen an. Diese Maschinen ersetzen immer mehr traditionelle Anlagen in den Druckereien. Der Marktanteil liegt bereits bei 15 Prozent – Tendenz stark steigend.

Auf die neue Konkurrenz haben die etablierten Produzenten bisher keine Antwort gefunden. Marktführer Heidelberger Druck hatte zwar eine entsprechende Anlage entwickelt, sich dann aber aus dem Geschäft wieder zurückgezogen.

Jetzt versucht das marktdominierende Trio Heideldruck, Manroland sowie Koenig & Bauer (KBA), sich über Kooperationen zumindest einen Teil des Geschäfts zu sichern.

Während die größeren Wettbewerber aber noch nach Partnern fahnden, kann Finkbeiner einen Abschluss vermelden. Die niederländische Océ hat zwar wie Manroland eine harte Krise hinter sich und wurde in diesem Jahr von Canon übernommen, passt aber aus Sicht von Experten zu dem Augsburger Unternehmen. „Das ist ein guter Schachzug. Wenn beide die Technik nun zusammen weiterentwickeln, dann profitieren Océ und Manroland“, sagte der selbstständige Berater Holger Garbrecht.

Anders als Heideldruck es plant, will Manroland Digitaldrucker unter dem Namen von Océ verkaufen. Zu den nötigen Investitionen machte die Firma keine Angaben. Ein Sprecher betonte aber, dass ab dem Jahr 2012 ein Gewinn aus dem Geschäft erwartet werde.

Das Geld kann Manroland gut gebrauchen: Die mehrheitlich im Besitz der Allianz befindliche Gesellschaft rüstet sich nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit Heideldruck für einen Alleingang. Finkbeiner hat dazu das Sparprogramm verschärft, die Standorte werden verkleinert und die Mitarbeiterzahl soll bis 2012 von 7 300 auf 6 000 sinken. Marktbeobachter erwarten, dass Manroland in absehbarer Zeit verkauft wird.

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