Neubau eines Stahlwerks
Alabama ändert Verfassung für Thyssen

Thyssen-Krupp wird für mehrere Milliarden Euro ein neues Stahlwerk in den USA bauen. Um den Zuschlag als Standort sicher zu haben, wird der US-Bundesstaat Alabama nun sogar seine Verfassung ändern. Denn der deutsche Mischkonzern hat Wünsche, die über das Normalmaß hinausgehen.

HB/mjh MONTGOMERY/DÜSSELDORF. Mit überwältigender Mehrheit haben sich die Wähler in Alabama für millionenschwere Anreize und Steuererleichterungen zur Ansiedlung des Stahlwerks ausgesprochen. 80 Prozent stimmten am Dienstag für eine Verfassungsänderung, die dem Staat die Ausgabe von Anleihen in Höhe von 400 Mill. Dollar (295 Mill. Euro) zur Finanzierung des Vorhabens gestattet.

Gouverneur Bob Riley freute sich über das Wahlergebnis und erklärte, damit werde das Wirtschaftswachstum in Alabama und die Position des Staates im Standortwettbewerb um tausende neuer Arbeitsplätze gestärkt. Der ehemalige Präsident des obersten Gerichtshofs des Staates, Roy Moore, bedauerte dagegen die Entscheidung. Nach seiner Ansicht verschafft sie Thyssen-Krupp einen unfairen Wettbewerbsvorteil über bereits existierende Stahlwerke in Alabama.

In dem 3,1 Mrd. Euro teuren Werk sollen einmal 2 700 Beschäftigte arbeiten. Alabama hatte sich bei der Ansiedlung gegen das benachbarte Louisiana durchgesetzt. Die Staaten hatten nach Medienberichten jeweils rund 1 Mrd. Dollar an Beihilfen geboten, versprechen sie sich doch tausende weitere Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie und im direkten Umfeld des Werks. Ohne die Gelder hätte Thyssen-Krupp das Vorhaben wohl abgeblasen.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine der größten privaten Investitionen in der US-Industrie seit zehn Jahren. 2010 soll das Werk mit der Produktion beginnen und einen großen Teil des Stahls verarbeiten, den Thyssen-Krupp ab 2009 in einem ebenfalls neuen Werk in Brasilien produziert.

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