Neubewertung von Grundstücken
Thyssen-Krupp erwägt Verkauf von Immobiliensparte

Der Mischkonzern Thyssen-Krupp will sich offensichtlich von seiner Immobiliensparte trennen. Wie der Konzern am Mittwoch bestätigte, wurde "seriösen Interessenten die Möglichkeit gegeben, ein Angebot abzugeben". Damit sei aber in keiner Weise bereits eine Vorentscheidung über eine Veräußerung gefallen, hieß es.

HB DÜSSELDORF. ThyssenKrupp habe „seriösen Interessenten die Möglichkeit gegeben, ein Angebot abzugeben“, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Einige Angebote seien bereits eingegangen, sagte ein Sprecher. Zur Höhe machte er keine Angaben. „Damit ist aber in keiner Weise bereits eine Vorentscheidung über eine Veräußerung gefallen“, hieß es weiter. Einem Vorabbericht des „manager magazin“ vom Mittwoch zufolge liegt der zu erwartende Verkaufserlös bei mehr als 1,5 Mrd. Euro.

„Das ist eine Absichtserklärung, nicht mehr. Solange sich das nicht konkretisiert, wird der Kurs nicht nachhaltig zulegen können“, sagte ein Händler. Die Thyssen-Krupp-Aktie lag gegen Mittag in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt gut 0,9 Prozent im Plus bei 14,76 Euro.

Thyssen-Krupp bewerte derzeit im Zusammenhang mit der Umstellung der Rechnungslegung auf den internationalen Standard IFRS seine rund 49 000 Wohneinheiten sowie zahlreiche Grundstücke neu, teilte das Unternehmen weiter mit. In diesem Zusammenhang sei es von Interesse, wie externe Dritte den Wert der Wohnimmobilien sähen.

Das „Manager Magazin“ hatte am Mittwoch vorab berichtet, Thyssen-Krupp wolle seine Immobiliensparte verkaufen. Bisher hätten die ehemaligen Werkswohnungen intern als unantastbar gegolten. Der Vorstand habe nun aber offenbar seine Meinung geändert, weil amerikanische Fonds vermehrt größere Wohnungsbestände aufkauften. Der Thyssen-Krupp-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Thyssen-Finanzvorstand Stefan Kirsten hatte in der vergangenen Woche bei der Vorlage der Quartalszahlen die beschleunigte Trennung von nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Beteiligungen angekündigt. „Wir werden in den nächsten beiden Quartalen deutlich mehr Verkaufsabschlüsse haben als bislang in diesem Jahr“, hatte das Vorstandsmitglied gesagt. Thyssen-Krupp erzielte in der Immobiliensparte (Real Estate) im vergangenen Geschäftsjahr 2002/03 (zum 30. September) einen Umsatz von 345 Mill. Euro. Das Ergebnis der Sparte vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter lag bei 60 Mill. Euro.

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