Neue Arzneien
Boehringer legt bei Umsatz wieder zu

Die Einführungen von Pradaxa, Tradjenta und Twynsta haben den Umsatz des Arzneimittelherstellers angetrieben. Auch der Betriebsgewinn legte zu. Analysten trauen insbesondere der Tablette Pradaxa Milliardenumsätze zu.
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FrankfurtNeue Medikamente halten Deutschlands zweitgrößten Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim trotz Patentabläufen auf Kurs. Der Konzernumsatz legte im ersten Halbjahr um 2,6 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zu, wie das Familienunternehmen aus Ingelheim bei Mainz am Dienstag mitteilte.

Die Erlöse mit rezeptpflichtigen Medikamenten blieben mit 4,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Der Betriebsgewinn legte im Vergleich zum Vorjahr zu. Konkrete Gewinnzahlen nannte das Unternehmen allerdings nicht. Für das Gesamtjahr erwartete Boehringer Ingelheim zuletzt einen Anstieg des Konzernumsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich. „Eine insgesamt gute Ertragslage hat es uns ermöglicht, wiederum höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung zu tätigen“, erklärte Konzernchef Andreas Barner. Das Geschäft sei vor allem durch Neueinführungen geprägt gewesen.

Der Konzern hatte mit der Tablette Pradaxa ein neues Thrombose-Mittel auf den Markt gebracht, dem Analysten Milliardenumsätze zutrauen. Zudem erntete das Unternehmen erste Früchte aus der Diabetes-Allianz mit dem US-Pharmariesen Eli Lilly: Die Altersdiabetes-Arznei Tradjenta schaffte es bereits auf den Markt. Dazu kam die Neueinführung des Blutdrucksenkers Twynsta.

Mit den neuen Arzneien konnte der Konzern die scharfe Generikakonkurrenz beim Prostatamittel Flomax und beim Parkinsonpräparat Sifrol in den USA gut verkraften - zumal die herben Umsatzeinbußen bereits 2010 einsetzten. Inzwischen haben Generikafirmen Boehringer hier deutlich Marktanteile wegnehmen können. Mit dem Atemwegsmittel Spiriva steigert Boehringer Ingelheim im Halbjahr die Umsätze um zehn Prozent. Elf Prozent mehr erlöste Boehringer mit dem Blutdruckmittel Micardis.

Im Geschäft mit verschreibungsfreien Präparaten wie etwa Husten- und Schnupfenmitteln setzte das Unternehmen 667 Millionen Euro um - in lokalen Währungen ist das ein Plus von elf Prozent. Mit Tiermedizin setzte Boehringer Ingelheim 468 Millionen Euro um und damit in lokalen Währungen drei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Daneben produziert der Konzern auch für andere Unternehmen Wirkstoffe und Arzneimittelbestandteile.

In diesem Industriekundengeschäft kletterten die Erlöse um 13 Prozent auf 332 Millionen Euro. Vor allem Biotechpräparate, so genannte Biopharmazeutika, wurden kräftig nachgefragt. Boehringer Ingelheim ist der weltweit größte Pharmakonzern, der vollständig im Familienbesitz ist. Das 1885 von Albert Boehringer gegründet Unternehmen gehört zu den Traditionsunternehmen der Branche.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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