Neue Atemwegsmedikamente im Plan
Altana wächst weniger schnell

Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana hat in den ersten neun Monaten dank seines umsatzstarken Magenmittels Pantoprazol erneut operativ mehr verdient als vor Jahresfrist. Mit seinen Zahlen lag Altana allerdings unter den Schätzungen der Analysten. In seiner Chemiesparte spürt der Konzern derzeit die schwache Branchenkonjunktur.

HB FRANKFURT. „Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wie der weltweiten Konjunkturschwäche, dem schwachen Dollarkurs oder den gesundheitspolitischen Maßnahmen haben wir unsere Ziele in den ersten neun Monaten erreicht“, urteilte Konzernchef Nikolaus Schweickart am Donnerstag im Zwischenbericht des Konzerns. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei im Dreivierteljahr um neun Prozent auf 442 Millionen Euro gestiegen. Analysten hatten nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters im Schnitt allerdings mit 477 Millionen Euro gerechnet.

Altana setze seinen Wachstumskurs fort - allerdings „mit gebremster Dynamik“, hieß es in der Altana-Mitteilung. Besonders der schwache Dollar macht den Bad Homburgern auf dem Weltmarkt zu schaffen. Für das Gesamtjahr werde jedoch unverändert mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Ergebnis - in lokalen Währungen gerechnet - geplant. Auf Euro-Basis stellte Altana indes ein prozentual einstelliges Umsatzplus in Aussicht. Der Gewinn vor Steuern (Ebt) solle in einer Bandbreite von acht bis zehn Prozent zulegen.

Pantoprazol mit zweistelliger Zuwachsrate

Der Umsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um fünf Prozent auf rund zwei Milliarden Euro. Der Konzerngewinn legte um drei Prozent auf 259 Millionen Euro zu. Die Wachstumsdynamik beim wichtigsten Medikament „Pantoprazol“ der Pharmasparte halte an, teilte Altana mit. Der im Eigenverkauf erzielte Umsatz mit dem Säurehemmer legte um 18 Prozent auf 832 Millionen Euro zu. Die gesamte Pharmasparte verbuchte ein operatives Ergebnis (Ebit) von 393 Millionen Euro, ein Plus von 13 Prozent.

In seiner Chemiesparte spürt der Konzern indes derzeit die schwache Branchenkonjunktur. Das operative Ergebnis in der Chemie sank um 14 Prozent auf 76 Millionen Euro. Auch Währungsverluste hätten eine Rolle gespielt, hieß es bei Altana.

Neue Atemwegsmedikamente im Plan

Im Blickpunkt bei Altana stehen derzeit die beiden Produktkandidaten Alvesco gegen Asthma und Daxas gegen Raucherlunge sowie Asthma. Der US-Partner Aventis plane für Alvesco noch dieses Jahr in den USA den Zulassungsantrag zu stellen, bekräftigte Altana frühere Aussagen. Für das zweite neue Atemwegsmittel Daxas solle die Zulassung in Europa weiterhin Ende 2003 beantragt werden. Bei beiden Medikamenten wird mit jährlichen Spitzenumsätzen von jeweils mindestens einer Milliarde Euro gerechnet.

BaFin prüft Altana-Kursverlauf im Vorfeld der Zahlen

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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) teilte heute mit, sie prüfe den Kursverlauf der Altana-Aktien im Vorfeld der Quartals-Veröffentlichung. „Wir schauen uns das routinemäßig an“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Kreisen zufolge soll es am Mittwoch eine kurzfristige Verkaufsempfehlung einer Bank gegeben haben. Zudem seien zwei Blöcke von Altana-Aktien über jeweils rund eine Million Stück von einem US-Haus veräußert worden, hieß es aus Marktkreisen. Zuvor hatten bereits Spekulationen über schlechte Quartalszahlen des Pharmaunternehmens die Runde gemacht.

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