Neue Aufträge

Airbus hängt Boeing auf Luftfahrtmesse ab

Die Auftragsbilanz der Luftfahrtschau in Farnborough fällt für die großen Flugzeugbauer Airbus und Boeing positiv aus. Der europäische Hersteller feiert sogar das beste Ergebnis seiner dortigen Airshow-Geschichte.
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Airbus kann auf der diesjährigen Luftfahrtmesse das beste Ergebnis seiner Farnborough-Geschichte vorweisen. Der europäische Flugzeugbauer sammelte Bestellungen im Wert von 75 Milliarden Dollar ein und lag damit deutlich vor dem Konkurrenten Boeing. Quelle: dpa

Airbus kann auf der diesjährigen Luftfahrtmesse das beste Ergebnis seiner Farnborough-Geschichte vorweisen. Der europäische Flugzeugbauer sammelte Bestellungen im Wert von 75 Milliarden Dollar ein und lag damit deutlich vor dem Konkurrenten Boeing.

(Foto: dpa)

FarnboroughDie Luftfahrtmesse in Farnborough hat dem Flugzeugbauer Airbus kräftigen Rückenwind verschafft. Vor allem die spritsparenden Neuauflagen der Mittel- und Langstreckenjets A320 und A330 mit dem Beinamen „neo“ fanden reißenden Absatz. Airbus sammelte Fest- und Vorverträge für 500 Maschinen mit einem Wert nach Listenpreisen von 75 Milliarden Dollar (55 Mrd Euro) ein, wie der Hersteller in seiner Messe-Bilanz am Donnerstag berichtete.

US-Rivale Boeing kam nur auf gut 200 Flugzeuge für 40 Milliarden Dollar. Wegen der vielen Abbestellungen bei Airbus liegen die Amerikaner bei der Auftragsbilanz in diesem Jahr jedoch weiter vorn. Ab Freitag ist die Luftfahrtschau (bis 20. Juli) für das breite Publikum geöffnet.

Von der erst am Montag vorgestellten A330neo wurden die Europäer binnen vier Tagen 121 Exemplare los. Mit moderneren Triebwerken und veränderten Tragflächen soll der Jet 14 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als der 20 Jahre alte Vorgängertyp A330. Airbus will damit Boeings komplett neu entwickeltem Langstreckenjet 787 „Dreamliner“ Paroli bieten. Von der Entscheidung will auch der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce profitieren: Er baut den einzigen Antriebstyp für die A330neo.

Das sind die Verkaufsschlager von Airbus
Rekordjahr für Airbus: Flugzeugverkäufe verdoppelt
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Platz 12 - A330-200F - 26 ausgelieferte Flugzeuge

Das am wenigsten verkaufte Flugzeug von Airbus ist die Frachtversion der A330-200. Am 5. November 2009 erfolgte der Erstflug vom Flughafen Toulouse-Blagnac aus (Foto). Der neue Frachter hat eine etwas höhere Nutzlast als das bisherige A300-Frachtmodell sowie eine größere Reichweite. Bei den Passagierversionen der A330 ist der Kabinenboden beim Aufenthalt am Boden leicht abschüssig, da das Bugfahrwerk etwas kürzer als das Hauptfahrwerk ist. In der Frachtversion ist das Fahrwerk leicht versetzt, damit der Boden eben ist. Anders als in der Passagierversion wurde die Technologie der A380 verbaut. Im Juli 2010 wurde der erste Airbus A330-200F im Rahmen der Farnborough International Airshow an Etihad Crystal Cargo ausgeliefert. Kostenpunkt für den Flieger: 224,8 Millionen Dollar laut Airbus-Preisliste.

Stand: Ende Mai 2014, Quelle: Airbus, Statista

A318
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Platz 11 - A318 - 79 ausgelieferte Flugzeuge

Die A318 fasst in der normalen Ausstattung rund 107 Passagiere und ist die kleinste Version des A320. Kurz nach dem Erstflug am 15. Januar 2002 sorgten Probleme mit den Triebwerken für Negativschlagzeilen, einige Bestellungen wurden storniert. Daraufhin wurde die Technik überarbeitet. Ein Airbus A318 kostet laut Liste 71,9 Millionen Dollar. Da leichtere Konkurrenz insbesondere des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer deutlich wirtschaftlicher ist, fallen die Verkaufszahlen des kleinen Airbus-Jets relativ gering aus. Der sogenannte „Baby-Bus“ wird von Air France, Avianca und British Airways eingesetzt.

Thai traditional dancers perform in front of a new A340-500 during a ceremony at Bangkok International Airport
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Platz 10 - A340-500/600 - 131 ausgelieferte Flugzeuge

Die Ultralangstreckenversion des A340 wurde unter anderem auf dem längsten Linienflug der Welt eingesetzt. Den 16.668-Kilometer-Flug zwischen Singapur und New York hat Singapore Airlines allerdings eingestellt. Damit das Flugzeug genug Treibstoff für diese Reichweite hat, ist im Rumpf ein zusätzlicher Tank eingebaut. Bester Abnehmer der Modells ist Emirates.

huGO-BildID: 33852277 Ruler of Dubai Sheikh Mohammed Bin Rashid al-Maktoum (L) walks past an Emirates Airline's Airbus A380 as he attends the op
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Platz 9 - A380 - 132 ausgelieferte Flugzeuge

Das größte Modell der zivilen Luftfahrt machte immer wieder mit Haarrissen in den Tragflächen negative Schlagzeilen. Auch in der Entwicklungsphase musste Airbus immer wieder Rückschläge hinnehmen. Der Riesenflieger ist noch dazu nicht gerade ein Verkaufsschlager. Größter Kunde ist die arabische Airline Emirats (hier links im Bild: Dubais Herrscher Scheich Al Maktum). Der Listenpreis liegt derzeit bei 414,4 Millionen Dollar pro Maschine, allerdings können die meisten Fluggesellschaften mit deutlichen Rabatten rechnen.

Fraport Hauptversammlung
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Platz 8 - A340-200/300 - 246 ausgelieferte Flugzeuge

Die A340-200 ist rund fünf Meter kürzer als die Grundversion und wird vor allem auf Langstrecken eingesetzt. Entwickelt wurde das Modell ab 1987, im Jahr 1993 nahm die erste Maschine bei der Lufthansa ihren Dienst auf. Bis heute gehört die deutsche Airline zu den wichtigsten Nachfragern der A340-200. Durch sein leichtes Gewicht hat der Flieger eine Reichweite von durchschnittlich 14.000 Kilometern. 1994 stellte eine Maschine sogar einen Reichweitenrekord für vierstrahlige Passagiermaschinen auf und flog bei einem Testflug von Paris nach Auckland 19.000 Kilometer weit. Doch wegen der hohen Betriebskosten blieb die Nachfrage gering.

Beginn der 13. Deutsch-Russische Regierungskonsultationen
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Platz 7 - A310 - 255 ausgelieferte Flugzeuge

Die zweistrahlige Maschine wurde nur bis 2007 verkauft. Als Weiterentwicklung der A300 ist sie besonders beliebt als Regierungsflugzeug. Neben deutschen Ministern fliegen auch Regierungsmitglieder aus Thailand, Frankreich, Kanada, Pakistan und Spanien mit der Airbus-Maschine. Als Frachtmaschine für Fedex fliegen derzeit 30 Maschinen dieses Typs, als Passagiermaschine war die A310 unter anderem bei Singapore Airlines und der Lufthansa im Einsatz.

An Airbus A330-300 aircraft of Taiwan's Eva Airlines is seen with Hello Kitty motifs in Taoyuan International Airport, northern Taiwan
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Platz 6 - A330-300 - 525 ausgelieferte Flugzeuge

Das Langstreckenflugzeug ist bei den Kunden weiterhin gefragt. Rund 300 Passagiere können in der Großraummaschine transportiert werden, der aktuelle Listenpreis beträgt rund 246 Millionen Euro. Wichtigster Abnehmer ist die chinesischer Airline Cathay Pacific. Hier im Bild: Ein Flieger der taiwanischen Eva Airlines im „Hello Kitty“-Design.

Als Erstkunden unterzeichneten auf der Messe die malaysische Billigfluglinie AirAsia, die russische Transaero Airlines sowie drei Flugzeugfinanzierer Vorverträge für den Flieger, der Ende 2017 erstmals ausgeliefert werden soll. Im Gegenzug zur Neuauflage streicht Airbus die ähnlich große Kurzversion seines Großraumjets A350 aus dem Programm. Für die anderen Varianten der A350 fand sich mit Air Mauritius nur ein Neukunde, der vier Maschinen bestellen will.

Boeing konnte von seinem jüngsten Modell 787 „Dreamliner“ dagegen 18 Maschinen losschlagen. Zudem zurrte der US-Konzern einen Großauftrag von Qatar Airways für 50 Exemplare des modernisierten Langstreckenjets 777-9X im Wert von knapp 19 Milliarden Dollar fest. Die ganz großen Flugzeugtypen warteten hingegen vergeblich auf Käufer: Weder für Boeings Jumbo 747-8 noch Airbus' doppelstöckiges Flaggschiff A380 wurden auf der Messe Verträge abgeschlossen.

Boeing liegt netto vorn
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