Neue Beschuldigungen in VW-Affäre
„Du bist nichts mehr wert“

Die VW-Affäre um Bestechungsgelder und Lustreisen auf Firmenkosten entwickelt sich zur Schlammschlacht. Laut eines Beteiligten soll es nach der Aufdeckung des Skandal zu Beleidigungen und Einschüchterungsversuchen gekommen sein.

HB HAMBURG. In einem Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ erhebt der ehemalige VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer neue Vorwürfe gegen den früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert, der in der vergangenen Woche wegen Verdunklungsgefahr verhaftet wurde. „Du bist nichts mehr wert“, habe Volkert zu Gebauer vor kurzem bei einem Treffen in Magdeburg gesagt, „es wäre hilfreich gewesen, wenn du dich vor einen Zug geschmissen hättest.“

Nach diesen Einschüchterungsversuchen, so Gebauer, habe Volkert ihn zu einer falschen Aussage drängen wollen, die Volkert entlasten sollte. Diese Darstellung lässt Volkert über seinen Rechtsanwalt jedoch bestreiten.

In der VW-Affäre um Bestechungsgelder und Lustreisen auf Firmenkosten wird von der Staatsanwaltschaft Braunschweig sowohl gegen Volkert, als auch gegen Gebauer ermittelt. Sie zählen zu den vier Hauptbeschuldigten. Das Trio komplettieren Ex-VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz und Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster.

Mehrere Verfahren

In der VW-Affäre gab es ursprünglich 14 Beschuldigte. Gegen eine laut Staatsanwaltschaft „absolute Randfigur“ sind die Ermittlungen gegen die Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 2 500 Euro inzwischen eingestellt worden.

Die Affäre war im Juni 2005 ins Rollen gekommen. Die Staatsanwaltschaft will die Ermittlungen bis zum Frühjahr 2007 abschließen. „Danach gibt es aber wahrscheinlich nicht den einen VW-Prozess, sondern gegebenenfalls mehrere Verfahren“, sagte der Sprecher der Behörde, Klaus Ziehe, am Dienstag. Der Grund sei, dass verschiedene Arten von Tatbeteiligung in verschiedenen Sachverhalten zu klären seien.

Anklage erhoben wurde bisher nur gegen einen Beschuldigten, und zwar Mitte November gegen Hartz. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue in 44 Fällen und unrechtmäßige Begünstigung von Betriebsräten vor. Allein Volkert habe von 1994 bis 2005 von Hartz neben seinem Gehalt so genannte „Sonderbonuszahlungen“ von insgesamt fast 2 Mill. Euro erhalten, ohne dass dies bei VW offen gelegt worden sei.

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