Neue Bestellungen für A380
Für Airbus geht es aufwärts

Die unsägliche Geschichte des A380 könnte für Airbus doch noch zu einem glücklichen Ende führen. Viele Fluggesellschaften drohten nach den Lieferverzögerungen mit Abbestellung, nur eine tat es tatsächlich. Singapore Airlines geht jetzt sogar den umgekehrten Weg und hat bis zu 15 weitere der doppelstöckigen Maschinen geordert. Das ist nicht die einzige gute Nachricht.

HB SINGAPUR. Singapore Airlines hat 9 zusätzliche A380 fest bestellt. Außerdem habe man sich Optionen für 6 weitere Flugzeuge des Typs gesichert, teilte Singapore Airlines am Mittwoch in Singapur mit. Bislang hatte die Fluggesellschaft 10 Maschinen fest geordert, im Juli auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough aber bereits die Absicht geäußert, weitere A380 zu kaufen. Singapore Airlines erklärte, diese Superjumbos würden in den Jahren 2010 und 2011 ausgeliefert.

Die Nachricht kam an der Börse gut an: Die Aktie stieg bis zum frühen Nachmittag um mehr als 3 Prozent.

Singapore Airlines ist die erste Fluggesellschaft, die den Superjumbo geliefert bekommt. Das passiert aber zwei Jahre später als ursprünglich geplant im Oktober 2007. Probleme mit der Verkabelung halten Airbus auf, was den Flugzeugbauer Milliarden kostet durch entgangene Gewinne und Kompensitionszahlungen an seine Kunden. Denn die Fluggesellschaften hatten die Großraummaschinen bereits fest eingeplant und müssen sich nun nach Ersatz für die Zwischenzeit bis zur Lieferung umsehen.

Wie Singapore Air und Airbus am Mittwoch parallel zu den Neubestellungen mitteilten, haben sich die beiden auf eine Lösung für das Problem verständigt. Die Fluggesellschaft wird 19 Maschinen des Langstrecken-Typs A330-300 von Airbus mieten. Mit rund 300 Sitzen ist das Modell aber erheblich kleiner als der A380 mit etwa 550 Sitzen.

Kleine Maschinen bestellt

Dass Singapore Airlines mit Airbus wieder versöhnt ist, belegt auch die Tatsache, dass ihre regionale Fluggesellschaft Silk-Air 11 Maschinen des Kurz- und Mittelstrecken-Typs A320 vom europäischen Hersteller ordert; für 9 weitere Maschinen unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung. Der Wert der Bestellung beläuft sich auf insgesamt 1,33 Mrd. Dollar. Die Airline betreibt gegenwärtig eine reine Airbus-Flotte und will mit den neuen Flugzeugen „die Wachstumsanforderungen bis 2012 erfüllen“.

„Wir bedauern die Verzögerungen sehr und wir tun unser bestes für Singapore Airlines und unsere angesehenen Kunden“, sagte Airbus-Chef Louis Gallois. Bislang hat mit dem US-Paketdienst Fedex nur ein Kunde den A380 wegen der Lieferschwierigkeiten abbestellt. Dabei handelte es sich um die Frachtversion. Fedex wollte ursprünglich 10 Maschinen abnehmen. Andere Gesellschaften verhandeln derzeit mit Airbus über Schadensersatzzahlungen. In den Büchern von Airbus stehen momentan 149 Orders für den A380.

Über eine Bestellung des neuesten Airbus-Langstrecken-Modells A350 XWB will Singapore Airlines laut Verkaufschef John Leahy im nächsten Monat entscheiden. Auch hier musste Airbus seine Kunden um mehrere Jahre vertrösten.

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