Neue Bilanzierung
Siemens drohen höhere Pensionslasten

Neue Bilanzierungsregeln für die firmeneigene Pensionskasse werden nach Prognose von Siemens das Geschäftsergebnis um bis zu 700 Millionen Euro mindern. Frisches Geld will der Konzern aber nicht nachschießen - vorerst.
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MünchenSeine rüstigen Rentner kommen Siemens im nächsten Geschäftsjahr wegen neuer Bilanzierungsregeln teuer zu stehen. „Dies wird unser Ergebnis im Geschäftsjahr 2012/13 voraussichtlich mit 650 bis 700 Millionen Euro belasten“, sagte Finanzchef Joe Kaeser der „Financial Times Deutschland“ vom Dienstag. Nach Ende des Geschäftsjahres will Siemens die geänderten Bilanzregeln anwenden, die für die firmeneigene Pensionskasse gelten. Dort klafft ein Loch von 8,4 Milliarden Euro. Bedingt durch die niedrigen Anlagezinsen hat sich die Lücke in den vergangenen Jahren immer weiter vergrößert.

Aus seiner Barschaft von gut neun Milliarden will Siemens vorerst allerdings nichts nachschießen. „Kurzfristig ist das nicht geplant“, sagte Kaeser. „Aber mittelfristig werden wir uns dem Thema stellen. Wenn die Sterbetafeln angepasst werden, könnte dies ein Anlass für einen Teilnachschuss sein, der zugleich die Inflationsrisiken berücksichtigt.“ Auch die Übertragung von Wertpapierpaketen aus der Finanztochter SFS sei denkbar.

Andere Unternehmen haben ihre Altersvorsorgeprogramme indes bereits vor längerem an die höhere Lebenserwartung angepasst. So hatte etwa Wacker Chemie bereits vor drei Jahren die aktuellen Sterbetafeln als überholt verworfen und neue Annahmen für das Alter seiner Rentner getroffen. Die Folgen belasteten seinerzeit das Ergebnis des Unternehmens über mehrere Jahre insgesamt mit knapp 78 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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