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Babyfon-Affäre: Wiedeking diente als Lockvogel

In der Babyfon-Affäre um einen möglichen Lauschangriff auf Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat das Unternehmen den angeblichen Mithörer zuerst selbst überführen wollen. Ein Porsche-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Medienbericht. Wiedeking sollte dabei als Lockvogel dienen.

HB BRAUNSCHWEIG/STUTTGART. Der Porsche-Chef Wendelin Wiedeking als Lockvogel: Man habe im vergangenen November das eingeschaltete Babyfon aus Wiedekings Hotelzimmer in Wolfsburg nicht beseitigt, "um dem Täter auf die Spur zu kommen", bestätigte der Porsche-Sprecher am Montag einen "Focus"-Bericht.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Klaus Ziehe, sagte der Nachrichtenagentur AP, im Rahmen der Ermittlungen würde auch die Berichterstattung vom Wochenende mit einbezogen. Ziehe erklärte: "Wir haben das Verfahren seit dem 23. April auf dem Tisch." Die Strafanzeige von Porsche sage zu den nun bekanntgewordenen Details nichts aus.

In Wiedekings Zimmer war vor einer VW-Aufsichtsratssitzung ein eingeschaltetes Babyfon gefunden worden. Volkswagen wollte die laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. Der Porsche-Sprecher sagte weiter, man habe versucht herauszufinden, ob jemand unbekanntes mithöre. Als Wiedeking im Hotel eintraf, wurde er sofort instruiert, berichtete "Focus". Er habe in seinem Appartement eine gezielte Falschmeldung übers Babyfon abgegeben.

Mit Hilfe der fingierten Nachricht erhoffte sich das Unternehmen Rückschlüsse auf potenzielle Hintermänner. Womöglich würden die gestreuten Informationen an anderer Stelle wieder auftauchen, hieß es in dem Bericht weiter. Doch die Operation sei erfolglos geblieben. Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die mit dem Hotel zusammengearbeitet hat, geriet später in Verdacht.

Gegen diesen Mitarbeiter erstattete Porsche Anzeige. Gegenüber dem Hotelmanagement habe er vor der Abhörgefahr durch Babyfone gewarnt, berichtete "Focus". Von dem Fund im Wiedeking-Zimmer sei er aber gar nicht informiert worden. Davon habe dem Magazin zufolge nur ein ganz kleiner Personenkreis gewusst. Nachforschungen hätten ergeben, dass er am Tattag im Hotel gewesen sei, Zugang zu der per Code gesicherten Suite gehabt habe und womöglich kurz vor dem Eintreffen der Porsche-Werkschützer in den Räumlichkeiten war.

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