Neue Details im Volkswagen-Skandal
VW-Manager genossen Luxusreisen für halbe Million

Mindestens 475&npsp;000 Euro haben die Schlüsselfiguren in der VW-Affäre für drei pompöse Reisen nach Indien ausgegeben. Der Konzern hat die Kosten nach Presseberichten anstandslos und ohne Quittungen erstattet.

HB WOLFSBURG/BRAUNSCHWEIG. Wie die „Bild“-Zeitung am Freitag berichtet, reisten Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert sowie der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer im Januar 2003 ins indische Ferienparadies Goa. Für die einwöchige „Luxus-Tour“ solle Gebauer beim VW-Konzern bis zu 60 000 Euro mit Eigenbelegen - das heißt ohne Quittungen - abgerechnet haben. Die „Wolfsburger Nachrichten“ hatten schon am Donnerstag berichtet, dass es offenbar eine Reise nach Goa gegeben habe. Die Zeitung nannte aber keine Details.

Nach dem Bericht der „Bild“-Zeitung“ soll es außerdem im April 2002 eine noch teurere Reise gegeben haben. 250 000 Euro habe die Tour gekostet, an der neben Volkert und anderen Betriebsräten auch der damalige VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz teilgenommen haben soll. Die "Bild" berichtet von fünf bis sieben Prostituierten, die auf VW-Kosten bestellt worden seien. Die Reise sei als Informationsveranstaltung für ein bevorstehendes Engagement des Konzerns in Indien deklariert gewesen.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte am Freitag keine Stellung zu dem Bericht nehmen. Die Behörde untersuche derzeit im Zusammenhang mit der VW-Affäre „mehrere Reisen“. Die Frage sei, inwieweit diese dienstlichen Charakter gehabt hätten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schuster und Gebauer wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Sie sollen Geld mit Hilfe eines Geflechts von mindestens zehn Firmen in acht Ländern auf eigene Konten umgeleitet haben. Auch Schmiergeld soll gezahlt worden sein. Gegen Volkert ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Untreue. Die Spuren führen bis nach Angola. Personalvorstand Hartz hatte die Verantwortung für die Verfehlungen seiner Mitarbeiter unternommen und war zurückgetreten.

Anlass für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war eine weitere Indien-Reise Anfang 2004. Dem Bericht der „Wolfsburger Nachrichten“ vom Donnerstag zufolge führte die Reise für fünf Tage auf die indische Inselgruppe der Andamanen. Mit Volkert unterwegs waren wiederum Schuster und Gebauer. Sie seien von drei Frauen begleitet worden, darunter der Geschäftsführerin der Prager Firma F- Bel, die zum Firmengeflecht in der VW-Affäre zählt. Die Tour soll 165 000 Euro gekostet haben; "Bild" spricht von 155 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hat bisher bestätigt, VW habe für die Reise eine sechsstellige Summe bezahlt.

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