Neue Eigentümer wollen Produktspektrum ausbauen
Grundig kämpft um den Anschluss

Deutschlands bekanntester Fernsehgeräte-Anbieter feilt an einer neuen Strategie. „Grundig wird künftig wesentlich breiter aufgestellt sein als früher“, sagte Hubert Roth, Geschäftsführer der Grundig Intermedia GmbH, dem Handelsblatt. „Das Unternehmen ist derzeit noch viel zu stark auf Fernseher ausgerichtet.“

NÜRNBERG. Details zur neuen Ausrichtung wollte der Manager allerdings nicht nennen. Dazu sei es noch zu früh. Das Unternehmen ist erst im Frühjahr vom türkischen Elektronik-Konzern Beko und dem britischen Unterhaltungsgeräte-Anbieter Alba für 80 Mill. Euro aus der Insolvenz heraus übernommen worden.

Grundig werde schon bald MP-3-Sticks und Harddisk-Recorder anbieten, sagte Roth. Welche Produktgruppen sonst noch dazu kommen werden, sei offen. Das Unternehmen produziert allerdings längst keine Geräte mehr selbst, sondern kauft sämtliche Waren ein und bringt sie dann unter dem eigenen Namen auf den Markt.

Grundig war über Jahrzehnte der führende Produzent von Fernsehgeräten in Deutschland. Neben TV-Apparaten hatten die Franken aber kaum andere Produkte im Angebot. Dies führte dazu, dass Grundig von der Marktsättigung im TV-Bereich und den kräftig fallenden Preisen besonders betroffen war. Letztlich musste das Unternehmen im Frühjahr 2003 Insolvenz anmelden.

Seit dem Verkauf gehe es nun aber wieder aufwärts, betonte Roth. Die Marktanteile seien zuletzt deutlich gestiegen, unterstrich der Manager. Den Tiefpunkt hatte Grundig vergangenen November erreicht. Weil das insolvente Unternehmen kaum mehr liefern konnte, rutschte der Marktanteil bei klassischen Bildröhren-Fernsehgeräten auf 3,3 Prozent. Im Frühjahr 2003 hatten die Franken als langjähriger Marktführer in Deutschland noch einen Anteil von rund 13 Prozent. Zu dem Lieferausfall war es gekommen, weil die letzte eigene TV-Produktion in Wien wegen der Insolvenz stillstand und es kurzfristig keinen Ersatz gab.

Von der Spitzenposition hier zu Lande ist Grundig derzeit allerdings noch weit entfernt. Nach Angaben der Marktforscher von GfK rangierte das Unternehmen im Markt für Bildröhren-Fernseher im Juni auf Rang sieben, bei Flachbildschirmen sind die Franken nicht einmal unter den Top-Ten. Gerade die flachen Geräte sind aber stark im kommen und immer mehr Deutsche kaufen die teureren neuen Technologien.

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