Neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
Ratiopharm bleibt in der Schusslinie

Beim Pharmahersteller Ratiopharm kehrt keine Ruhe ein. Am Montag ließ die Ulmer Staatsanwaltschaft rund 400 Wohnungen von derzeitigen und früheren Außenmitarbeitern des Unternehmens durchsuchen. Der Vorwurf: Unlautere Vertriebsmethoden.

FRANKFURT. Am Dienstag betonte der Pharmahersteller, dass sich die Ermittlungen ausschließlich auf die weiter zurückliegende Vergangenheit bezögen. Bereits vor einem Jahr habe man die Vertriebsaktivitäten auf den Prüfstand gestellt und „nach strengsten rechtlichen und ethischen Richtlinien neu ausgerichtet.“

Inwieweit das Geschäft des Pharmaherstellers von den Untersuchungen und dem damit einhergehenden Imageverlust gebremst wird, bleibt unklar. Kenner des deutschen Pharmamarkts sehen eher geringe Gefahren für den zweitgrößten deutschen Hersteller von patentfreien Nachahmer-Medikamenten (Generika). Sie interpretieren die jüngste Razzia als Indiz dafür, dass die Staatsanwälte bisher nicht genügend Belege für ein Strafverfahren gegen Verantwortliche des Unternehmens auffinden konnten. Nach Angaben von Marktbeobachtern legen die Erlöse des Unternehmens – nach einer deutlichen Umsatzdelle im Sommer – seit Oktober wieder um etwa acht Prozent zu.

Ratiopharm – mit zuletzt 1,6 Mrd. Euro Konzernumsatz die Nummer zwei unter den deutschen Herstellern von Generika – ist ein Kernunternehmen der Ulmer Merckle-Gruppe, zu der unter anderem auch Phoenix Pharmahandel und Heidelberg Cement gehören. Der Pharmahersteller war im Herbst 2005 erstmals in die Schusslinie geraten, nachdem Vorwürfe auftauchten, er veranlasse Ärzte mit Geldzuwendungen und Umsatzbeteiligungen zur Verordnung der eigenen Medikamente.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ulm wurden Ende 2005 zunächst eingestellt, im November 2006 aber wieder aufgenommen. Ratiopharm hat Unterstützung für die Ermittlungen angekündigt und zeigt sich „unverändert davon überzeugt, bei seinen Marketingaktivitäten nicht gegen das Strafrecht verstoßen zu haben“.

Seite 1:

Ratiopharm bleibt in der Schusslinie

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%