
HB BERLIN. Der Industriekonzern Siemens hat die besten Chancen auf den größten Zug-Auftrag in der Geschichte der Deutschen Bahn. Siemens sei der bevorzugte Bieter für die Lieferung von 300 Fernzügen, erklärte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Montag in Berlin. Mit dem Konzern werde man nun exklusive Verhandlungen etwa über die technische Ausstattung der sogenannten ICx-Züge aufnehmen.
Grube hatte zuletzt von einem Auftragswert von sechs Mrd. Euro gesprochen. Bis zum Sommer sollten die Züge, die die bisherigen IC/EC sowie die ICE 1 und ICE zwei ersetzen sollen, endgültig bestellt werden. Zum Einsatz kommen sie nach bisherigen Bahn-Planungen ab 2015.
Bahn-Technikvorstand Volker Kefer betonte: "Bei den neuen Zügen wird die Qualität der Technik ein zentrales Thema sein." In der Vergangenheit hatte das Unternehmen wiederholt die Industrie für Versagen der Technik und etwa falsch ausgelegte Achsen verantwortlich gemacht. Im Kölner Hauptbahnhof war unter anderem ein ICE-3 nach einem Radbruch entgleist. Die Wartungsintervalle für die Züge mussten daraufhin verkürzt werden, was wiederum zu Engpässen bei der Bahn führte, da keine ausreichende Ersatzkapazitäten zur Verfügung standen.
Ein Bahn-Sprecher wies daraufhin, dass auch in den ICx die Mitnahme von Fahrrädern möglich sein soll. Dies ist bei den Fernzügen der DB bislang nur in den IC möglich, die als erste von den neune Modellen ersetzt werden sollen.
Der Chef der Siemens-Verkehrssparte, Hans-Jörg Grundmann, sprach von einem wichtigen Meilenstein, der erreicht wurde. Man sei jedoch noch nicht am Ziel. "Die eigentlichen Verhandlungen beginnen jetzt." Allerdings stehen die Chancen für Siemens gut, da in der Regel der bevorzugte Bieter auch den Auftrag letztlich erhält.
Der kanadische Konzern Bombardier erklärte, man sei wichtigster Zulieferer für Siemens. Die Bahn wollte bei diesem Verfahren aber keine Gebote von Konsortien.
Bei einem Auftragnehmer sind auch Haftungsfragen leichter zu klären. Um die Order hatte sich auch die französische Alstom bemüht.
Kommen von Siemens nicht die Züge, Teile der Ausrüstung usw., die bei Minusgraden nicht mehr fahren können?
Gut für die Arbeitsplätze bei Siemens. Schlecht allerdings für die bahnkunden, die sich an die zahlreichen Verspätungen, die nicht zuletzt durch den Technikschrott von Siemens verursacht sind, gewöhnt haben. Saß u.a. schon mal stundenlang in Grünen fest, weil man auf den Siemens-Techniker "mit installations-CD" warten musste :-)
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