Neue Festbetragsregelungen des Gesundheitsministeriums drücken auf die Umsätze der Hersteller
Pharmabranche hadert mit der Politik

Die deutsche Pharmabranche kämpft mit heftigem Gegenwind aus der Politik. Gleichzeitig bringt die jüngste Gesundheitsreform der Branche die größten Einbußen seit mehr als zehn Jahren.

FRANKFURT/M. Die deutsche Pharmabranche kämpft mit heftigem Gegenwind aus der Politik. Zwar haben Vertreter von Industrie und Regierung vor wenigen Wochen in einer gemeinsamen „Task Force“ umfangreiche Empfehlungen zur Standortverbesserung erarbeitet. Gleichzeitig bringt jedoch die jüngste Gesundheitsreform der Branche die größten Einbußen seit mehr als zehn Jahren. Für zusätzliche Unsicherheit sorgen zudem die ersten Entscheidungen über neue Festbeträge.

Das Marktforschungsunternehmen IMS Health geht davon aus, dass der deutsche Arzneimittelmarkt im laufenden Jahr bestenfalls stagnieren wird. Per Ende Mai ist er auf Basis der Herstellerabgabepreise um rund drei Prozent auf 7,8 Mrd. Euro geschrumpft. Dabei ist allerdings der von sechs auf 16 Prozent erhöhte Zwangsrabatt für Medikamente, der im Zuge der letzten Reform für 2004 eingeführt wurde, noch nicht berücksichtigt. Unter dem Strich dürften daher deutlich höhere Umsatzeinbußen stehen.

Zusätzliches Ungemach droht den Herstellern von Originalmedikamenten von der neuen Festbetragsregelung, die ab 2005 die Zwangsrabatte ablösen soll. Mit diesen Festbeträgen werden neue Höchsterstattungspreise für bestimmte Arzneimittel festgelegt, wobei erstmals auch patentgeschützte Präparate einbezogen werden. Und der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen machte mit der Definition der ersten drei Festbetragsgruppen deutlich, dass er die Vorgabe des GKV- Modernisierungsgesetzes (GMG) recht rigoros umsetzen will. Die Neuregelung, so fürchten nun manche Experten, könnte damit noch gravierendere Folgen haben als die Zwangsrabatte. Hauptstreitpunkt ist die Auslegung der so genannten Innovationsschutz-Klausel: Das GMG sieht vor, dass patentgeschützte Medikamente, die eine therapeutische Verbesserung bringen, nicht in Festbetragsgruppen einbezogen werden, also weiterhin einer freien Preisbildung unterliegen.

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