Neue Führungsstruktur
Degussa prüft Verkauf der Bauchemie

Der weltgrößte Spezialchemie-Baukonzern Degussa stellt entgegen früheren Angaben nun doch seine Bauchchemie-Sparte zur Disposition. Der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Konzerns ermächtigte am Dienstag den Vorstand formell, die Veräußerung der lukrativen Sparte zu prüfen. Gleichzeitig kündigte der Konzern eine Straffung seiner Führungsstruktur an.

HB DÜSSELDORF. Bislang hatte Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht die Bauchemie als ein Kerngeschäft angesehen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Sparte mit 7400 Beschäftigten einen Umsatz von 1,8 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 201 Mill. Euro.

Bereits in den vergangenen Wochen war darüber spekuliert worden, dass Degussa-Mehrheitseigner RAG die geplante Übernahme des restlichen Degussa-Aktienpakets vom Alteigentümer Eon über den Verkauf der Degussa-Bauchemie oder der Fein- und Industriechemie finanzieren könnte. Die RAG hält bislang 50,1 Prozent am weltgrößten Spezialchemiekonzern. Weitere rund 43 Prozent liegen noch beim Energieriesen Eon, der seinen aber Anteil abgeben will. Das Aktienpaket soll einen Wert von rund 3,5 Mrd. Euro haben. Verhandlungen zwischen RAG und Eon über den milliardenschweren Verkauf laufen derzeit.

Dass Degussa jetzt den Verkauf in Erwägung zieht, deutet allerdings darauf hin, dass sich die RAG für eine vollständige Übernahme entschlossen haben könnte. Allerdings schließt Vorstandschef Werner Müller, der auch Aufsichtsratsvorsitzender von Degussa ist, auch einen vollständigen Verkauf der Chemietochter nicht aus. „Entweder wir übernehmen komplett oder wir geben unseren Anteil ab. Komplett“, sagte Müller der Tageszeitung „Die Welt“.

Doch sei die Übernahme von Degussa schon mit Blick auf den für 2007 geplanten RAG-Börsengang die deutlich attraktivere Variante, betonte der Manager. Denn der zu privatisierende Industriekonzern stehe dann auf dem festen Wachstumsfundament von drei Säulen: Energie mit der Steag, Chemie mit der Degussa und unsere Immobiliensparte. „Allein mit den Ergebnissen der Energie- und Immobiliensparte sind wir dauerhaft dividendensicher. Mit dem weltgrößten Spezialchemieunternehmen Degussa kommt viel profitable Phantasie in die neue Aktie“, sagte der Manager.

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