Neue Großanlage
BASF investiert 860 Millionen Euro in China

BASF hat grünes Licht für den Bau einer Großanlage im chinesischen Chongqing. 860 Millionen Euro will der weltgrößte Chemiekonzern dort investieren, um ab 2014 das Kunststoffvorprodukt MDI in China herzustellen.
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Frankfurt Der Chemieriese BASF setzt mit hohen Investitionen auf den Wachstumsmarkt China. Der Konzern erhielt von der Regierung in Peking grünes Licht für den Bau eines Großanlagen-Komplexes zur Herstellung des Kunststoffvorprodukts MDI, aus dem Polyurethan-Hartschäume hergestellt werden. BASF investiere rund 860 Millionen Euro in das Vorhaben, kündigte der weltgrößte Chemiekonzern am Freitag an. Die Produktion soll 2014 beginnen.

Rund 400.000 Tonnen MDI sollen die neuen Anlagen pro Jahr herstellen können. Der MDI-Komplex ist Teil des milliardenschweren Investitionsprogramms für die Region Asien/Pazifik in den kommenden Jahren. Von 2011 bis 2015 will BASF insgesamt 2,3 Milliarden Euro in der Region investieren.

Die Börse nahm die Nachricht positiv auf. Die BASF-Aktie legte 1,05 Prozent auf 58,97 Euro zu.

Asien ist wegen des Industrialisierungsschubs in vielen Ländern, insbesondere in China, schon seit einigen Jahren der Wachstumstreiber für die Chemiebranche. Der neue MDI-Komplex wird in Chongqing gebaut, einer Region im Landesinneren des Riesenreichs. Er besteht aus einer MDI-Anlage, einer Nitrobenzolanlage sowie einer Anilinanlage. "Hier zu investieren gibt uns Zugang zu einem der künftig größten MDI-Märkte der Welt", sagte der für Asien zuständige Vorstand Martin Brudermüller. Mit dem Vorhaben unterstütze der Konzern auch die Pläne der chinesischen Regierung, die Entwicklung in dieser Region voranzutreiben.

Polyurethan-Kunststoffe werden unter anderem bei der Kälte- und Wärmedämmung, in Kühlschränken sowie bei der Lagerung von Lebensmitteln eingesetzt. In China betreibt BASF bereits seit 2006 eine MDI-Anlage in Caojing. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern in China m Reich der Mitte mit fast 7000 Beschäftigten rund 5,8 Milliarden Euro Umsatz.

Die gesamte asiatische Region mit China ist für BASF einer der Wachstumsschwerpunkte. Der Konzern will in Asien bis 2020 seinen Umsatz jährlich um sieben bis acht Prozent auf dann 20 Milliarden Euro steigern. Zudem will BASF bis dahin rund 70 Prozent seines Asien-Umsatzes dort auch vor Ort produzieren. Im vergangenen Jahr waren es 56 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Investitionen sind die eigentliche Entwicklungshilfe, was sich bei China lagsam nicht mehr passend anhört. Das sollaber BASF nicht abhalten.

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