Neue Hoffnung für Elektroautos
Aussicht auf Staatsprämie lockt Käufer

Das Interesse der Autofahrer am Elektroauto steigt plötzlich wieder. Auslöser dürfte die angekündigte staatliche Kaufprämie sein. Doch noch fließt das Geld nicht.

DüsseldorfEs ist ein zartes Pflänzchen, das noch deutlich größer werden könnte. Der Beschluss der Bundesregierung, den Kauf von Elektroautos mit einer staatlichen Prämie zu fördern, scheint zumindest erste Wirkung zu zeigen. Autohersteller verzeichnen ein deutlich gesteigertes Kundeninteresse am Elektroauto. Im Mai hatte die Große Koalition in Berlin ein milliardenschweres Förderprogramm für die bislang noch kaum auf deutschen Straßen präsenten Elektrovehikel beschlossen.

„Bei uns im Showroom ist die Hölle los“, sagt Jochen Rudat, der sichtlich erfreute Chef von Tesla Deutschland, zur jüngsten Geschäftsentwicklung. Der deutsche Ableger des amerikanischen Elektroautoherstellers steht mit dieser Auffassung nicht allein. Auch beim japanischen Konzern Nissan hat die neue Prämie dazu geführt, dass sich deutlich mehr Autofahrer für ein E-Auto interessieren. Thomas Hausch, Geschäftsführer des Nissan Center Europe, hält es für möglich, dass er in diesem Jahr doppelt so viele Elektroautos verkaufen kann wie 2015. „Die Nachfrage ist jedenfalls deutlich größer geworden“, bestätigt er.

Trotz des neuen durch die staatliche Prämie geweckten Optimismus steckt das Elektrogeschäft immer noch in den Kinderschuhen. Knapp 30.000 Elektroautos sind im Moment auf Deutschland Straßen zugelassen. Zum Vergleich: Der gesamte Pkw-Bestand in Deutschland – also fast ausschließlich Autos mit Verbrennungsmotoren – kommt auf 45 Millionen.

Im Mai – dem Monat mit der Entscheidung für die staatliche Förderprämie – ist die Zahl der neuzugelassenen Elektroautos auf Deutschlands Straßen im Vergleich zum Vorjahr wieder um 2,4 Prozent gestiegen. Doch auch bei den monatlichen Zulassungszahlen gilt der Grundsatz, dass die Elektroautos aus Sicht der Hersteller derzeit noch völlig unbedeutend sind. 588 neue Elektroautos sind im Mai auf die Straßen gekommen. Für eine Branche, die sonst mit sechsstelligen Zahlen jongliert, ist das so gut wie nichts.

Das staatliche Förderprogramm soll nun dafür sorgen, dass etwa neue 300.000 Elektroautos zugelassen werden. Berlin will eine Zeitenwende einläuten. Staat und Autohersteller teilen sich die Kosten, für jedes E-Vehikel soll eine Prämie von insgesamt 4.000 Euro ausgezahlt werden. Ausgelegt ist das Förderprogramm für einen Zeitraum von drei Jahren.

Doch bevor diese Ziele überhaupt erreicht werden können, muss die Autobranche noch etliche Hürden überwinden. Das größte Problem: Das neue staatliche Förderprogramm ist im Moment immer noch ein Plan und nicht endgültig beschlossen. Die Entscheidung darüber fällt in Brüssel. Denn über ein solches Programm kann eine nationale Regierung nicht allein entscheiden, es fehlt also die finale Freigabe der EU-Kommission.

Christian Schlosser, zuständiger Referent im Bundesverkehrsministerium, ist zuversichtlich, dass eine positive Entscheidung nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen werde. Brüssel habe auch ein großes Interesse daran, die Zahl der Elektroautos zu erhöhen. „Die Prämie wird den Weg in Richtung einer Million zu gelassener Elektrofahrzeuge unterstützen“, gibt sich der Regierungsbeamte zuversichtlich.

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