Neue Interessenten
Saab gibt die Hoffnung noch nicht auf

Für die schwedische General-Motors-Tochter Saab gibt es einem Zeitungsbericht zufolge neue Interessenten. Saab sei mit mindestens zwei US-Investoren im Gespräch. Eine der beiden Investmentfirmen soll zu einer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Autobauer BAIC bereit sein.
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NEW YORK/STOCKHOLM. Der von der Schließung bedrohte schwedische Pkw-Hersteller Saab blickt am morgigen Dienstag mit Spannung nach Detroit. Auf der Verwaltungsratssitzung des Mutterkonzerns General Motors (GM) soll entschieden werden, ob und wie es mit Saab weitergeht.

Nachdem der kleine schwedische Sportwagenhersteller Koenigsegg vor einer Woche die Übernahmeverhandlungen überraschend abgebrochen hatte, gab es am Wochenende am Saab-Stammsitz in Trollhättan neue Spekulationen. Demnach könnte in letzter Sekunde doch noch ein Retter für das Unternehmen auftauchen. „Wir können bestätigen, dass wir engen Kontakt mit einigen Saab-Interessenten haben“, sagte ein Sprecher des schwedischen Autobauers. Namen wollte er nicht nennen. Allerdings bestätigte der Chef der amerikanischen Investmentgesellschaft Merbanco, Chris Johnston, dass sein Unternehmen weiterhin Interesse an einem Einstieg bei Saab hat. „Ja, wir sind interessiert“, erklärte er, betonte aber, dass es noch keine Verhandlungen mit GM gäbe.

Neben Merbanco, die bereits im Frühjahr zu den Saab-Interessenten zählte und Einblick in die Bücher des angeschlagenen schwedischen Autobauers hatte, zählt auch eine zweite US-Investmentgesellschaft, die Renco Group, sowie der chinesische Autobauer BAIC zu den Saab-Interessenten. BAIC wollte ursprünglich zusammen mit Koenigsegg den Pkw-Hersteller übernehmen. Eine der beiden amerikanischen Investmentfirmen soll zu einer Zusammenarbeit mit BAIC bereit sein.

Allerdings läuft dem schwedischen Auto-Konzern mit seinen 3 400 Mitarbeitern die Zeit davon: Saab benötigt schnellstens frisches Kapital, um die Produktion des neuen Saab 9-5, des ersten neuen Modells seit sieben Jahren, aufnehmen zu können. Mehrere Zulieferer in Schweden erklärten in den vergangenen Tagen, dass sie nur noch gegen Barzahlung Komponenten liefern würden. „Wir brauchen eine Einigung mit GM so schnell wie möglich“, bestätigte am Sonntag ein Saab-Sprecher.

Durch den Absprung von Koenigsegg muss auch der bereits genehmigte Vier-Mrd.-Kronen-Kredit (383 Mio. Euro) der Europäischen Investitionsbank (EIB) neu verhandelt werden. Das kann mehrere Wochen dauern, sagte eine EIB-Sprecherin. Der EIB-Kredit gilt als Voraussetzung für eine Saab-Rettung.

Einen Einstieg des schwedischen Staates bei Saab schloss Finanzminister Anders Borg am Wochenende erneut aus. Der Staat sei kein guter Autobauer, sagte er und verwies abermals darauf, dass es nicht einmal GM gelungen ist, das Unternehmen zu sanieren. Saab hat mit zwei Ausnahmen in den vergangenen fast 20 Jahren stets nur rote Zahlen eingefahren.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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