Neue Investitionen
Thyssen-Krupp will China nicht mehr vernachlässigen

Expansionsschwerpunkt liegt auf dem Geschäft mit Aufzügen. Bisher hatte der Konzern das China-Geschäft vernachlässigt und stattdessen Milliarden in die Stahlwerke in Amerika gesteckt. Den Rückstand wollen sie aufholen.
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DüsseldorfDer Industriekonzern Thyssen-Krupp will seine Position in China stärken. „Wir wollen unser Geschäft weiter voranbringen. Dazu ist eine Fokussierung auf das Kerngeschäft angesagt“, sagte Alfred Wewers, oberster Repräsentant des Konzerns in China, dem Handelsblatt. Schwerpunkt der Expansion des Konzerns liegt auf dem Geschäft mit Aufzügen, Fahrzeugkomponenten sowie Fabrikanlagen.

Zuletzt setzte der Industriekonzern 1,7 Milliarden Euro in China um, gemessen am Gesamtumsatz ist dies weniger als fünf Prozent. Konzerne wie Siemens oder Volkswagen weisen eine erheblich höhere Quote in dem wichtigen Zukunftsmarkt aus. „Wir haben die Bedeutung Chinas zu spät erkannt“, räumt eine Führungskraft ein. Statt das Geschäft in China zu stärken, seien Milliarden in die Stahlwerke in Amerika geflossen. Um den Rückstand in China aufzuholen, will Thyssen-Krupp nun trotz klammer Kassen investieren.

Auf das Aufzugsgeschäft (Elevator) entfällt der Großteil der Investitionen, die laut Konzernkreisen bei einigen Hundert Millionen Euro liegen werden. Alleine Elevator soll in den kommenden drei Jahren 15.000 Mitarbeiter in China einstellen und Standorte in jeder Stadt mit über einer Million Einwohnern eröffnen, dies sind über 200 Städte. Derzeit beschäftigt Thyssen-Krupp in China 13.000 Menschen.

„Auch im Anlagenbau müssen wir in China stärker werden“, sagt China-Chef Wewers. Die Töchter Uhde und Polysius bauen Anlagen für die Chemie- und Zementindustrie sowie die Rohstoffgewinnung. In allen Feldern baut das Land seine Kapazität massiv aus. Thyssen-Krupp könnte davon profitieren, denn die Anlagen der Essener sind moderner und energiesparender als die lokaler Anbieter.

Während die Sparte Technologies auf Expansion schalten kann, wird China für die Stahlsparte ein weißer Fleck auf der Landkarte. Von den dort betriebenen Stahl- und Edelstahlwerken mit einem Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro trennt sich Thyssen-Krupp im Zuge des Konzernumbaus. Mit dem Erlös werden Schulden abgebaut.

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