Neue Kältewelle in Russland: Eon drosselt Gaslieferung an Großkunden

Neue Kältewelle in Russland
Eon drosselt Gaslieferung an Großkunden

Der Versorger Eon Ruhrgas reduziert seine Gaslieferungen an einzelne Großkunden, die auch andere Energieträger nutzen können, um die Versorgung auch bei Minus-Graden im März zu sichern. Privathaushalte sind nicht von den Kürzungen betroffen.

HB DÜSSELDORF.Eon Ruhrgas habe sich aufgrund der angespannten Versorgungslage dazu entschlossen, die Belieferung von Gaskraftwerken und einzelnen Industriekunden zu reduzieren, sofern dies in den Lieferverträgen vertraglich vorgesehen ist, teilte Ruhrgas am Donnerstag mit. Ziel sei es, die Versorgung auch bei Minus-Graden im März zu sichern. Privathaushalte seien von den Kürzungen nicht betroffen, hob der größte Gasversorger Deutschlands hervor.

Hintergrund der Maßnahmen sei die ungewöhnliche Kältewelle im Lieferland Russland, aber auch die unterdurchschnittliche Temperatur in Deutschland, begründete Ruhrgas die Maßnahme. So habe die Temperatur in Deutschland im Januar im Schnitt bei minus 0,8 Grad Celsius gelegen im Vergleich zu üblichen zwei Grad plus. Zudem habe Ruhrgas bereits zu Jahresbeginn Kürzungen bei russischen Gaslieferungen aus ihren Speichern ausgleichen müssen. „Zur Jahreswende gab es schon gewichtigere Einschränkungen bei der Belieferung mit russischem Gas,“ sagte eine Sprecherin. Damals hatte der Streit um russische Gaslieferungen in die Ukraine für kurzfristige Schwankungen bei der Belieferung von Westeuropa geführt. Mit der jetzigen Drosselung wolle Ruhrgas sicherstellen, genügend Reserven für mögliche „Kältespitzen“ im März zu haben.

Eon Ruhrgas verfügt nach Angaben der Sprecherin über unterirdische Speicher mit einem Volumen von 5,2 Mrd. Kubikmetern. Der gesamte Absatz im Jahr 2004 belief sich auf 57,6 Mrd. Kubikmeter.

Die Wettbewerber Wingas und Verbundnetz Gas (VNG) erklärten dagegen, sie sähen keinen Grund für die Drosselung ihrer Gaslieferungen. „Wir erhalten 100 Prozent der vertraglich vereinbarten Mengen aus Russland und haben nicht vor, bei einzelnen Kunden Drosselungen vorzunehmen,“ sagte ein VNG-Sprecher. „Die Russen sind extrem zuverlässig, die lassen lieber die eigenen Leute frieren, als die Lieferungen für den Westen zu beschränken.“ Im Notfall verfüge die VNG überdies über 2,2 Mrd. Kubikmeter gespeichertes Gas, was einem Siebtel des Jahresabsatzes entspreche.

Ein Wingas-Sprecher sagte ebenfalls, das Gemeinschaftsunternehmen von Wintershall und der russischen Gazprom plane keine Reduzierungen bei den Kunden. „Wir erhalten alle vertraglich vereinbarten Mengen.“

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