Neue Konsolidierung in der Branche
Scania erwartet Übernahmeangebot

Der schwedische Lkw-Hersteller Scania erwartet nach eigenen Angaben ein Übernahmeangebot von MAN. Das Unternehmen habe Informationen erhalten, die Grund zu einer solchen Annahme böten, erklärte Scania am Dienstag nach Handelsschluss. Bei einem Zusammenschluss würde der neue Konzern Marktführer in Europa.

HB STOCHHOLM/WOLFSBURG. Darüber habe Scania die Stockholmer Börse informiert. Die Aktien des Unternehmens waren zuvor wegen der Übernahmegerüchte um 9,3 Prozent gestiegen und wurden daraufhin in Stockholm vom Handel ausgesetzt.

MAN wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben, ebenso wenig wie Scania-Großaktionär Volkswagen. Die MAN-Aktie legte an der Frankfurter Börse bis kurz vor Handelsschluss um knapp 2,7 Prozent zu. Analysten waren unterschiedlicher Meinung über die Aussichten für das Zustandekommen einer derartigen Übernahme. Scania ist nach eigenen Angaben der drittgrößte Lkw-Bauer der Welt und beschäftigt 28.000 Mitarbeiter.

Volkswagen hatte sich im Jahr 2000 für 3,2 Milliarden Mark (1,63 Milliarden Euro) an Scania beteiligt. Hintergrund war die Absicht des damaligen VW-Chefs Ferdinand Piech, ein komplettes Programm vom Kleinwagen bis zum schweren LKW anzubieten. Volkswagen hatte vorher nur die Marke VW-Nutzfahrzeuge zu bieten, die vor allem aus den bekannten VW-Kleinbussen und Transportern besteht. In Brasilien baut VW Lastwagen bis 40 Tonnen, die in Europa nicht als konkurrenzfähig gelten.

Spekulationen über ein mögliches Interesse von MAN an Scania hatten in den vergangenen Monaten immer wieder die Runde gemacht. Sie werden nicht zuletzt dadurch genährt, dass MAN-Chef Hakan Samuelsson Schwede ist früher Manager bei Scania war. Samuelsson selbst ließ jüngst einen Strategieschwenk erkennen, indem er größere Übernahmen im Nutzfahrzeuggeschäft auf längere Sicht als als denkbar bezeichnet hatte. Für MAN selbst sei nach dem Verkauf der Druckmaschinensparte MAN Roland eine größere Akquisition „mindestens finanziell“ kein Problem, sagte er auf der Hauptversammlung im Mai. Zuvor hatte der Münchener Konzern vor allem das Wachstum aus eigener Kraft betont.

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