Neue Konzepte gegen Krise
Hersteller suchen starke Marken

Lange hat sich die Spielwarenbranche selbst Mut gemacht: An den Kindern würden die Deutschen auch in der Wirtschaftskrise zuletzt sparen, hieß es immer wieder. Inzwischen zeigt sich, dass das nicht stimmt.

NÜRNBERG. Jahr um Jahr fallen die Einnahmen der Spielwarenhändler hier zu Lande. 2005 sanken die Umsätze erneut um mehr als zwei Prozent. Auf ihrer Suche nach Wegen aus der Krise versuchen die Produzenten jetzt, Markenfamilien aufzubauen, die langfristig höhere Renditen bringen und neue Einnahmequellen erschließen sollen.

„Die Kunden suchen Orientierung, und das bieten Marken“, begründet Ravensburger-Chef Karsten Schmidt die Strategie. Der Chef des schwäbischen Spieleverlags ist dabei, unter dem Dach seiner seit Jahrzehnten bekannten Marke Ravensburger zahlreiche neue Produktfamilien aufzubauen. Mit großem Erfolg: Die Kleinkind-Serie „Ministeps“ und der „Puzzleball“ gehörten im Weihnachtsgeschäft zu den Bestsellern des größten deutschen Spieleanbieters. Alleine vom „Puzzleball“, einer Reihe ballförmiger Puzzles, gingen 2005 rund 3,2 Millionen Exemplare über die Ladentheken; ein musikalischer Stoffwürfel der „Ministeps“-Reihe verkaufte sich 100  000 Mal. „Es waren die Produktmarken, die vergangenes Jahr für Wachstum gesorgt haben“, sagt Schmidt.

Das hat auch die Simba-Dickie-Gruppe erkannt. Das Fürther Unternehmen hat vor einigen Jahren den fränkischen Rutschauto-Produzenten Big (Bobby Car) übernommen. Seither baut Simba die Marke Bobby konsequent aus. Früher hat Big fast sein ganzes Geld mit dem bekannten, Kinderauto verdient. Nun gibt es auch einen Bobby-Bob, ein Bobby-Quad und sogar ein Bobby-Boot. Der Vorteil einer Produktfamilie: Weil die Menschen auf die seit Jahren bekannte Qualität vertrauen, sind sie bereit, dafür mehr Geld auszugeben als für No-Name-Produkte.

Seite 1:

Hersteller suchen starke Marken

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%