Neue Modelle
Volkswagen will in Brasilien durchstarten

Mit Finanzhilfen der Regierung will Volkswagen in Brasilien neue Modelle entwickeln. Damit könnten die Wolfsburger Marktführer Fiat ablösen. Den Absatzschwund in Südeuropa holt VW aber vor allem in China wieder rein.
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Düsseldorf/StuttgartIm Zweikampf mit Fiat um die Vorherrschaft auf dem brasilianischen Automarkt steht Volkswagen vor einem entscheidenden Durchbruch. Die brasilianische Entwicklungsbank hat Volkswagen einen Kredit über 342 Millionen Real (rund 136,8 Millionen Euro) gewährt, um neue Modelle für Südamerika zu entwickeln. Unter anderem sollen ein neuer kleiner Kompaktwagen und ein Mittelklassewagen auf den Markt gebracht werden.

Bereits 2008 hatte Volkswagen für die Entwicklung des Fox und des Gol-5-Modells rund 74 Millionen Real (29,6 Millionen Euro) erhalten. Bis heute gehören die Modelle zu den Verkaufsschlagern von Volkswagen in Südamerika. Der VW „Gol“ ist sogar seit 25 Jahren das meistverkaufte Auto Brasiliens und verkaufte sich im vergangenen Jahr rund 293.000 Mal.

Südamerika ist für die Autokonzerne einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Welt und Brasilien gilt als Schlüsselland zum Kontinent. Der brasilianische Automarkt wuchs allein 2011 um 3,6 Prozent auf 3,6 Millionen Fahrzeuge - ein neuer Rekord.

Nach Deutschland und China ist Brasilien das Land mit der drittgrößten Volkswagen-Präsenz. Mit etwa 22 Prozent Marktanteil ist Fiat derzeit noch der führende europäische Autobauer in Brasilien, Volkswagen kommt auf etwa 20 Prozent.

Als Vorbild für die neuen Modelle könnten die Entwicklungen aus den USA dienen. Mit regional angepassten Modellen wie dem Jetta hatte Volkswagen zuletzt auch in Nordamerika große Erfolge gefeiert.

Im ersten Halbjahr konnte VW seine Absatzeinbußen in den schuldengeplagten südeuropäischen Ländern ausbügeln und weltweit zehn Prozent mehr Autos seiner Kernmarke Volkswagen ausliefern. Rund um den Globus seien 2,79 Millionen VW-Pkw in Kundenhand übergeben worden, teilte Europas größter Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mit. Vor allem in Osteuropa, China und in Nordamerika fand VW in den Monaten Januar bis Juni deutlich mehr Käufer für seine Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Größter Absatzmark für Volkswagen war China mit fast einer Million verkaufter Pkw. Die Auslieferungen stiegen dort in der ersten Jahreshälfte allein um 15 Prozent.

Auch im Juni trotzte VW mit einem Absatzzuwachs um 13,7 Prozent auf 498.600 Pkw der Absatzkrise, in der Massenhersteller wie Opel, Fiat und Peugeot Citroen im Zuge der hohen Staatsverschuldung in Südeuropa stecken. Die schrumpfende Nachfrage nach Neuwagen könnte in den kommenden Monaten jedoch den Fahrzeug-Export aus Deutschland dämpfen, VW bleibt daher wachsam: „Die erheblichen Unsicherheiten in Europa bleiben aber bestehen und begleiten uns ins zweite Halbjahr“, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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