Neue Offsettechnologie
Heideldruck greift Digitaldrucker an

Rund zwei Jahre nach seinem Ausstieg aus dem Digitaldruck will der weltgrößte Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druckmaschinen AG diesen Markt mit neuen Offset-Maschinen attackieren. „Wir werden das obere Segment des Digitaldrucks mit unseren neuen Offset-Technologien konsequent herausfordern“, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier am Dienstag.

HEIDELBERG. Hintergrund des Angriffs ist die so genannte Anicolor-Technik. Die neuen Farbwerke ermöglichen eine wesentlich schnellere Umrüstung der Maschinen. Die Zahl der ersten Drucke mit einer schlechten Qualität, also die Anlaufmakulatur, kann dadurch um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Damit kann Heideldruck einen Vorteil des Digitaldrucks ausgleichen.

Die ersten Anicolor-Maschinen sollen im kommenden Jahr ausgeliefert werden, kündigte Schreier an. Damit greift Heideldruck Hersteller wie Xerox oder Kodak an. Pikant dabei: Erst vor gut zwei Jahren hatten die Heidelberger ihre Anteile am Digitaldruck-Joint-Venture Nexpress an den Partner Kodak verkauft. Marktforscher schätzen das Marktvorlumen des gesamten Digitaldrucks derzeit auf etwa sieben Milliarden Euro.

Schreier ist zuversichtlich, sich von diesem Kuchen ein großes Stück abschneiden zu können. „Anbieter wie Xerox, Canon oder Hewlett-Packard haben für ihre High-End-Digitaldruckmaschinen einen eher engen Markt“, sagte er. Auch ein weiterer Vorteil des Digitaldrucks, der individualisierte Druck, könne früher oder später mit der traditionellen Offsettechnologie dargestellt werden. „Wir werden irgendwann sicher auch den personalisierten Druck mit Offset-Systemen anbieten können“, sagte Schreier und ergänzte: „Im Grunde genommen können wir das schon jetzt, indem wir einen Ink-Jet-Kopf, also einen Tintenstrahl-Kopf, in unsere Maschinen integrieren, der dann den personalisierten Inhalt wie etwa eine Adresse oder die persönliche Ansprache druckt.“

Angesichts solcher Produktinnovationen bleibt der Heidelbergchef für die Zukunft zuversichtlich. Auch eine Flaute vor der 2008 wieder stattfindenden Fachmesse Drupa sei nicht in Sicht. „Wir erwarten im nächsten Geschäftsjahr kein Drupa-Loch“, sagte Schreier. „Wir werden bis zum Ende des Geschäftsjahres in Deutschland rund 500 neue Arbeitsplätze geschaffen haben.“ Frühestens 2008 oder 2009 sei mit einem Abschwung zu rechnen.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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