Neue Privatisierungspläne
Merkel und Mehdorn sprechen über Zukunft der Bahn

Der Börsengang ist voerst gescheitert, aber die Bahn gibt auf der Suche nach privatem Geld nicht auf. Nach Medieninformationen denkt Vorstandschef Hartmut Mehdorn über einen Verkauf von Anteilen an Großinvestoren nach. Über die künftige Strategie will er bald auch mit Kanzlerin Angela Merkel sprechen.

HB BERLIN. Nach der vorläufigen Absage des Börsengangs wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bahnchef Hartmut Mehdorn gemeinsam über die Zukunft der Deutschen Bahn beraten. Der Termin für das Treffen stehe bereits fest, sagte ein Regierungssprecher in Berlin am Sonntag ohne Einzelheiten zu nennen. Laut "Tagesspiegel am Sonntag" prüft die Bahn Möglichkeiten, doch noch an privates Kapital zu kommen. So könnte sich der Bund zunächst nur von einer kleineren Tranche trennen, zitiert die Zeitung Unternehmenskreise. Möglich sei etwa der Einstieg von nur zwei oder drei Großinvestoren. Bislang war vorgesehen, 24,9 Prozent der Bahn-Transporttochter Mobility Logistics an der Börse zu verkaufen.

Auch der "Spiegel" berichtete über Bestrebungen Mehdorns, nach der Verschiebung des Börsengangs eine Teilprivatisierung seines Unternehmens voranzutreiben. Er wolle Teile der Logistik-Sparte an ausgesuchte Großinvestoren verkaufen. Dafür suche er Merkels Unterstützung. Laut "Tagesspiegel" (Samstag) hat Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU) dem Manager eine entsprechende Verhandlungsvollmacht für den Teilverkauf aber schon verweigert.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) warnte vor der Privatisierung staatlicher Unternehmen um jeden Preis. "Es gibt keinen Börsengang um seiner selbst willen." Wenn es um öffentliches Eigentum gehe, dürfe nicht nur auf die Finanzrendite, sondern müsse vor allem auch auf die Sozialrendite geschaut werden, sagte er am Samstag in Erfurt.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch erklärt, dass die Bahn voraussichtlich nicht mehr vor der Bundestagswahl im September 2009 an die Börse gebracht wird. Aus Sicht der Bahn-Gewerkschaften muss Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) für die Instandhaltung von Bahnhöfen oder die Anschaffung neuer Züge Geld einplanen. Es gehe um rund 1,5 Mrd. Euro, die die Bahn aus dem Börsengang hätte bekommen sollen, sagte Klaus-Dieter Hommel, Vorsitzender der Gewerkschaft GDBA, dem "Tagesspiegel". "Wenn es keinen Börsengang gibt, muss er die Mittel eben selbst aufbringen.

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