Neue Probleme
Kreditkrise bringt Ford in Bedrängnis

Die Unsicherheit an den Kreditmärkten erschwert den geplanten Verkauf der Luxus-Marken Jaguar und Land Rover des US-Autobauers Ford. Die Krise droht, die Preise beim geplanten Milliardendeal zu verderben. Doch die Einnahmen aus dem Verkauf braucht der US-Autobauer dringend. Denn der Konzern steckt in der tiefsten Krise seiner über 100-jährigen Geschichte.

hz FRANKFURT. Die US-Hypothekenkrise stellt den angeschlagenen US-Autokonzern Ford bei seinem geplanten Verkauf der Luxus-Marken Jaguar und Land Rover vor neue Probleme. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten sei „absolut ein Thema“ in den laufenden Gesprächen über eine Veräußerung der beiden Marken, sagte Ford-Chef Alan Mulally. Die Aufnahme von Geld sei derzeit bei jedem größeren Deal eine Schlüsselfrage. Ford sehe deshalb die Unbeständigkeit der globalen Kreditmärkte mit Sorge.

Die Situation ändere jedoch nichts am Zeitplan für den Verkauf. Der Chef der Ford-Luxussparten, Lewis Booth, sagte, das Unternehmen hoffe, bis spätestens Anfang 2008 neue Details zum Verkauf der beiden Marken nennen zu können.

Die US-Hypothekenkrise droht, Ford die Preise beim geplanten Milliardendeal zu verderben. So sind laut Informationen aus Finanzkreisen hauptsächlich Investmentgesellschaften am Bieterwettlauf beteiligt, darunter der Chrysler-Käufer Cerberus, die Beteilungsgesellschaften One Equity und TPG sowie die vom Ex-Ford-Manager Nick Scheele unterstützte Gesellschaft Ripplewood Holdings. Die Finanzinvestoren haben aber wegen der Kreditkrise mehr Schwierigkeiten als noch vor Monaten, große Übernahmen zu finanzieren, weil sie dafür in hohem Maße Fremdkapital einsetzen.

Bereits die jüngst abgeschlossene Chrysler-Übernahme musste Daimler noch in letzter Sekunde mit einem Milliardenkredit an den Käufer absichern. Damit dürften die Chancen der industriellen Interessenten für Jaguar und Land Rover steigen. Die indischen Autobauer Tata und Mahindra & Mahindra gelten als potenzielle Käufer. Analysten hatten bisher bei einem vollständigen Verkauf mit einem Erlös in einer Größenordnung von bis zu acht Mrd. Dollar gerechnet – ein industrieller Käufer könnte weniger zahlen.

Ford braucht aber die Einnahmen aus dem Verkauf der traditionsreichen Marken Jaguar und Land Rover für die Sanierung des maroden US-Geschäfts. Der Konzern steckt in der tiefsten Krise seiner über 100-jährigen Geschichte und musste 2006 einen Verlust von fast 13 Mrd. Dollar hinnehmen. Jetzt steckt das US-Unternehmen mitten in einer auf vier Jahre angelegten Sanierung. Konzernchef Mulally hatte im Herbst 2006 angekündigt, dass der Autobauer erst 2009 wieder mit schwarzen Zahlen rechnet. Doch die aktuellen Wirtschaftsbedingungen in den USA erschwerten die Bemühungen, Ford dauerhaft zurück in die Gewinnzone zu bringen, wie Mulally einräumte. Er verfolge die Entwicklung des Verbrauchervertrauens genau.

Der US-Automarkt steuert derzeit auf sein schlechtestes Verkaufsjahr seit 1998 zu, und die Krise am Hypothekenmarkt belastet die Branche zusätzlich. Angesichts der fallenden Verkaufszahlen stoppt General Motors (GM) jetzt in sechs Werken Extraschichten für die Fertigung großer Pick-ups und Sport Utility Vehicles (SUV). Ein GM-Sprecher teilte mit, die Produktionskürzungen blieben bis zum Jahresende in Kraft.

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