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GM-Chef will von Insolvenz nichts wissen

General-Motors-Chef Richard Wagoner hat Spekulationen über eine Insolvenz als Humbug abgetan; die Aktionäre schenkten ihm Glauben. Wagoner räumte allerdings ein, dass etwas getan werden müsse - und bietet seine Autos nun aufs Neue zu Schleuderpreisen an. Ford und Chrysler ziehen nach.

HB DETROIT. „Für GM gibt absolut keinen Plan, keine Strategie oder Absicht, Konkurs anzumelden“, erklärte Wagoner am Donnerstag in einem Brief an die 325 000 Beschäftigten des US-Konzerns. Wagoner räumte jedoch ein, dass die zuletzt verzeichneten hohen Verluste nicht hinnehmbar seien. Um das Geschäft wieder profitabel zu machen, sei eine umfassende Strategie vonnöten, die umgehend umgesetzt werden müsse. Wagoner hatte bereits vor Wochen angekündigt, 25 000 oder gar noch mehr Menschen entlassen und mehrere Werke in Nordamerika schließen zu wollen. Zudem wolle er eventuell die profitable Finanztochter GMAC verkaufen. Passiert ist seitdem augenscheinlich nichts.

Eine GM-Sprecherin fügte den Worten ihres Chefs hinzu, dass das Unternehmen am Ende des dritten Quartals über Barreserven von 19 Mrd. Dollar verfüge und eine robuste Bilanz aufweise. In dem angesprochenen Quartal hatte GM allerdings einen Verlust von 1,6 Mrd. Dollar eingefahren. Damit summierte sich das Minus im laufenden Jahr auf 4 Mrd. Dollar. GM-Aktien haben fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Da wirkten die Worte Wagoners wie Balsam: Die Aktien stiegen binnen kürzester Zeit um 6 Prozent.

Und das, obwohl Wagoner das brisante Thema der Insolvenz des Automobilzulieferers Delphi ausklammerte. Die frühere GM-Tochter hatte sich im Jahr 1999 abgespalten. Damals hatte GM zugestimmt, Pensionszahlungen für den Zulieferer zu übernehmen, falls dieser vor 2007 zusammenbricht. Nach der Delphi-Insolvenzankündigung im Oktober hatten Branchenkenner nicht ausgeschlossen, dass auch GM Insolvenz anmelden muss. Denn wenn Delphi nicht überleben sollte, belastet dies GM nach eigenen Angaben mit bis zu 11 Mrd. Dollar.

Der weltgrößte Autokonzern GM steckt zur Zeit in der wohl größten Krise seiner Geschichte. Sinkende Absatzzahlen, ein Berg von Schulden sowie die steigenden Pensions- und Gesundheitskosten haben sich zu einer Bürde aufgetürmt, die den 1908 gegründeten Konzern immer mehr in die Knie zwingen. Hinzu kommt der Vorwurf der US-Börsenaufsicht SEC, die Bilanzen geschönt zu haben, sowie eine schon bewiesene Fehlbilanzierung im Jahr 2001, die "aus Versehen" im passiert sein soll.

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