Neue Runde am 21. Oktober
VW-Tarifverhandlungen kommen voran

In die Tarifverhandlungen beim Wolfsburger Autobauer VW ist am Dienstag Bewegung gekommen. Die Arbeitgeber wollten aber nicht von einem Durchbruch sprechen.

HB HANNOVER. Der Wolfsburger Konzern erklärte sich nach Darstellung von IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine in der dritten Verhandlungsrunde bereit, das Thema Arbeitsplatzsicherung in einem Tarifvertrag zu regeln. Im Gegenzug werde die Gewerkschaft mit der Konzernleitung über Kostensenkungen sprechen, fügte Meine im Anschluss an achtstündige Gespräche in Hannover hinzu.

Volkswagen verlange bislang jedoch einen zu hohen Preis für die Sicherung aller 103 000 Arbeitsplätze in den sechs westdeutschen Werken. Deshalb seien weitere Gespräche nötig. Als Termin für die vierte Verhandlungsrunde sei der 21. Oktober vereinbart worden. Ein weiterer Verhandlungstermin könnte am 28. Oktober nötig werden. Dann endet die Friedenspflicht, nach deren Ablauf die Gewerkschaft ihre Mitglieder zu Streikaktionen auffordern kann.

VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn machte deutlich, dass noch nicht von einem Durchbruch gesprochen werden könne. „In Details liegen wir noch sehr weit auseinander“, sagte er. Für einen Kompromiss sei eine „nachhaltige“ Senkung der Arbeitskosten nötig. „Die Sicherung unserer Arbeitsplätze in Deutschland ist und bleibt unser Ziel; daher haben wir das Thema heute mit der IG Metall besprochen. Das setzt aber voraus, dass wir unsere Arbeitskosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau senken“, sagte Senn.

Volkswagen verlangt bislang eine zweijährige Nullrunde und will mit der Gewerkschaft zudem erste Schritte vereinbaren, dass die Personalkosten bis 2011 um zwei Mrd. sinken. Die IG Metall dagegen fordert neben der Arbeitsplatzgarantie vierprozentige Einkommensverbesserungen. Der bei Volkswagen geltende Haustarifvertrag sichert den betroffenen Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken bislang Einkommensvorteile von elf Prozent im Vergleich zur inländischen Konkurrenz und von 20 % gegenüber der Metallbranche. Gegenüber ausländischen Werken von Volkswagen beläuft sich der Kostennachteil der westdeutschen Standorte nach Darstellung des Konzerns sogar auf bis zu 80 %.

Die Verhandlungen hatten am Vormittag zunächst mit verhärteten Fronten begonnen. Begleitet wurden die Gespräche von einer neuerlichen Demonstration von Tausenden VW-Mitarbeitern am Verhandlungsort. Die Arbeitgeber kritisierten die Proteste als „illegal“, weil sie während der Friedenspflicht stattfänden. Bereits am Vortag hatten sich an Protesten während der Arbeitszeit Tausende Beschäftigte in mehreren Werken beteiligt.

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